Man stricke mir ein Königreich

Und mit ‚Man‘ meine ich ‚Ich‘ und mit ‚Königreich‘ eine ‚Mütze.

Ich lerne stricken. Das wollte ich schon seit langem und jetzt habe ich mir einfach mal die Zeit genommen. Okay, rechte und linke Maschen wurden mir schon mal gezeigt (es stellte sich allerdings heraus, dass ich die linken Maschen falsch stricke), aber wirklich richtig stricken, so mit Anleitung nachvollziehen und Muster und so, das konnte ich nicht.

Aber ich bin ja handarbeitserprobt. Sollte also nicht zu schwer werden dieses Stricken.
Tja, haste nicht gesehen, als erster Kommentar bei der Strickrunde kam raus, dass ich falsch stricke. Egal, das ziehste durch, hab ich mir gesagt und beim nächsten Mal eine Mütze angefangen, um das Stricken noch einmal ganz von vorne zu lernen. Also wirklich von vorne, na ja, fast, meine Fadenhalterung war in Ordnung.
Am Ende des Tages konnte ich dann Maschen anschlagen, rechte Maschen, richtige linke Maschen, Umschläge und etwas, bei dem man zwei Maschen über eine andere drüber hebt. Ich war dabei meinen ersten Raport zu lernen.
Ach, war das ein schönes Gefühl. Zuhause konnte ich es nicht abwarten und wollte gleich die letzte Reihe, bevor es wieder mit dem schwierigen Muster los ging, noch beenden.

Tja, Pustekuchen, da hatte ich plötzlich zwei Maschen zuviel auf der Nadel. Ich weiß bis heute nicht, woher die kommen. Obwohl, mir kommt da grad so eine Idee…
Egal, lassen wir das. Schlimmer war noch, dass irgendwie das Muster auf einer Seite gar nicht zu sehen war.

Das war kein schöner Tag.

Mein Leid der Mutter geklagt, von ihr aufgemuntert schnell wieder zum Kurs zu gehen oder sonst die ganze Woche über das eigene Unvermögen nachgrübeln. Befohlen, getan.

Dann habe ich gelernt, wie man Reihen zurückstrickt.

Habe die Schmach mit Würde ertragen. Okay, und mit Kuchen. Im Kuchen war Eierlikör. Nach dieser Information schmeckte mir der Kuchen noch besser.

Aber die größte Katastrophe sollte noch folgen! (Hier bitte dramatische Musik einspielen.)

Ich hatte Maschen verloren!!!

..

.

Und hätte damit der Kursleiterin beinahe einen Herzinfarkt verpasst.

Sie konnte das Desaster retten und hat mich dann gleich angewiesen mit einer Rundstricknadel weiter zu machen, damit mir sowas nicht noch einmal passiert.

Sie muss echt denken, ich wäre unfähig. Ich fühle mich unfähig.

Aber trotzdem, stricken macht Spaß. Besonders, wenn man so eine herrliche Wolle hat! Und schöne Birkenholznadeln. Von denen ich gerne wissen würde, wie die ihre bunte Maserung bekommen haben…

Ich bin mittlerweile ziemlich weit mit der Mütze:

Allerdings fehlt hinten noch ein bißchen was:

Das kommt beim nächsten Mal.

Das nächste Projekt ist auch schon ausgesucht. Es wird ein Schal. Wie? Ihr meint, ein Schal ist öde? Tja, wenn man nur rechte und linke Maschen strick, dann schon! Aber ich habe ein wunderschönes Muster mit Loch- und Zopfelementen gefunden. Die Lochelemente kann ich schon. Das mit dem Zopf muss ich bei der nächsten Strickrunde lernen.

P.S.: Nein, ich werde euch keine Socken stricken.

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