Kiste

Ich hab was gebastelt. Für meine Gläser. Eine einfache Holzkiste war mir nicht genug, also hab ich eine einfache Holzkiste bemalt.
Ich hab mir mal eine Geschichte ausgedacht, darüber, wie die Familie du Lac (die Familie von meiner Baronstochter) zu ihrem Namen gekommen ist. Ein Teil dieser Geschichte habe ich nun auf der Kiste verewigt. Ich bin sehr stolz drauf, wie es geworden ist. Weil ich eigentlich gar nicht so gut malen kann.
Und hier die Bilder:

Frontansicht:

Detailbilder:

Ach ja, die Geschichte:

Einst ritt ein junger Herr durch die Lande als sich sein Pferd am Ufer eines großen Sees plötzlich erschreckte und ihn zu Boden warf. Er fiel so unglücklich, dass er mit dem Kopf auf einen Stein schlug und sein Bewusstsein verlor. Im Traum erschien ihm ein Gesicht einer Jungfer, das so herrlich anzuschauen war, dass er es für ein Gotteskind hielt. Wie überrascht war er da, als er nach einigen Tagen wieder erwachte und eben dieses Gesicht erblickte. Es war die älteste Tochter des Herrn der naheliegenden Burg, die ihn am See gefunden gepflegt hatte. Er verliebte sich sofort in sie.
Durch den Sturz aber hatte er sein Gedächtnis verloren. Die Jungfer nannte ihn deshalb nur den Herrn vom See.
In den darauffolgenden Wochen entging es keinem, dass sich die beiden in gegenseitiger Liebe zugetan waren. Dies war dem Burgherren jedoch nicht recht. Sein Gast war wohl von edlem Blut, was sein Schwert und seine Kleider vermuten liessen, aber ohne Namen würde er ihm nicht seine Tochter geben. Also schickte er ihn fort und die Jungfer dachte, dass sie ihren Liebsten nie wieder sehen sollte.
Aber als ein Jahr vergangen war, stand ein kleineres Heer vor der Burg, dessen Anführer im Namen des Herrn du Lac die Hand der Tochter forderte. Der Burgherr hatte einen solchen Namen noch nie gehört und weigerte sich einfach so seine Tochter herzugeben. Es kam zum Sturm der Burg und nach einem kurzen, aber heftigen Kampf musste sich der Burgherr geschlagen geben. Da ihm keine Wahl blieb, wollte er nicht auch noch seine Ländereien verlieren, fügte er sich den Forderungen seines Gegenübers und gab ihm seine Tochter. Diese aber hatte schon längst ihren Liebsten wiedererkannt und fiel ihm glücklich in die Arme.
Zu Ehren seiner Braut führte der junge Herr fortan den Namen du Lac.

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Call to Arms 2016 – Review

Das Call to Arms ist ein Manöver-Con, also eigentlich nichts für eine junge, adlige Dame. Das hielt mich aber nicht davon ab mit Danielle und einem kleinem, aber feinem Gefolge hinzugehen. Ich hab es nicht bereut.

OT-Kram & Wetter

Anmeldung (online und Vor-Ort) verlief ohne Probleme. Orga hat auch vorher nochmal die wichtigen Infos per Mail rumgeschickt. Eine SL-Ansprache gab’s auch, bei der sogar die Larp-Anfänger gesondert angesprochen wurden bzgl. Stopp/Halt- und Sanitäter/Heiler-Rufe, was ich sehr gut fand.

Es war eine Spülecke eingerichtet mit Spüli und Schwamm und Essensresteeimer. Und wenn die mal zu dreckig war, konnte man in der Taverne nebenan immer Bescheid sagen. Super.

Sanitäranlagen waren auch immer top.

Wetter war super zum Zelten. Warm und trocken. Fürs Kämpfen vielleicht etwas zu warm, aber es wurde gut darauf geachtet, dass jeder genug Wasser zu sich nahm und Pausen gemacht wurden. Fast perfekt also.

Das Gelände

Das Gelände ist ein Zeltplatz, der schon etwas weit vom Schuss ist. Es kamen zwar ein paar Wanderer und ein paar Autos vorbei, aber die konnte man gut ignorieren. (Auch wenn die eine einfach mal so mitten durchs Lager lief und dann auch noch ungefragt Fotos gemacht hat…) Außen rum war größtenteils Wald und von der Zivilisation hat man nur in der Ferne etwas gesehen. Eigentlich ein richtig schönes Gelände für ein Manöver.

Das Manöver an sich

Das Manöver ging über zwei volle Tage. Am Anfang des ersten Tages gab es eine Heerschau (bei der Danielle leider keine Bändchen verteilen durfte, wie sie es sonst der Helmschau kennt) und dann erst mal Gruppenübungen der einzelnen Waffengattungen. Dabei war die Spießertruppe am lustigsten mitanzuschauen ^_^. Ab der zweiten Hälfte des Tages bis zum Samstagabend gab es dann verschiedene Manöver, also verschiedene Szenarien in denen entweder zwei oder drei Gruppen gegeneinander antraten. Dabei wurde auch immer wieder die Gruppenkonstellation gewechselt.

Von einem Turnier bin ich gewohnt, dass mir das irgendwann zu langweilig wird und ich abhaue. Die Manöver allerdings waren viel, viel spannender und kurzweiliger als ein Turnier. Das war toll! Dadurch, dass es immer andere Szenarien waren und andere Gruppeneinteilungen, war es nie gleich und in jeder neuen Runde gab es andere schöne Szenen. Außerdem wurde ich als Dame vom Gastgeber mitunter eingebunden. Ich durfte zum Beispiel die Gruppen einteilen (und da Danielle keine Ahnung von Taktik hat, ging es dann auch mal nach: Eisenhelm oder kein Eisenhelm 😉 ). Das hat mich und Danielle gleichermaßen gefreut.

Sehr gut fand ich auch, dass dieses Jahr ein großes Zelt hingestellt wurde, unter dem sich die Zuschauer versammeln konnten. So konnte man erstens auch mal eher ins Gespräch kommen und zweitens saß man vor allem nicht die ganze Zeit in der Sonne.

Anderer Plot

Die Orga hatte im Vorfeld einen kleinen IT-Markt am Freitagabend und einen ‚Bunten Abend‘ am Samstag angekündigt, die den Spielern Gelegenheiten geben sollten ihre Waren anzubieten oder halt etwas vorzuführen. Leider wurde das nur geringfügig angenommen. Der Markt wurde auf Samstagmittag verschoben, weil es nur ein, zwei Händler gab (ich hab ihn mir auch gar nicht mehr angeschaut muss ich zugeben) und beim Bunten Abend gab es die Alchemistenvorführung von den Gastgebern und mein Gefolge hat ein kleines Theaterstück vorgeführt (was einfach herrlich war!). An beiden Abenden hat aber die anwesende  Musikertruppe immer wieder auch Tänze gespielt, so dass man nicht die ganze Zeit an seinem Glas hängen musste ^_^
Persönlich hätte ich mir aber gern mehr Vorführungen gewünscht. Letztes Jahr gab es da mehr. Also, an alle Mit-SCs. Traut euch, es ist lustig! Und wenn es nur für eine weitere schöne Larp-Anekdote sorgt, die man sich auf dem nächsten Con erzählen kann.

Mein Gefolge und ich

Das Con war mein erstes Danielle-SC-Con und mein erstes, auf dem ich eigenes Gefolge hatte (Das Erste bedingte das Zweitere.). An so ein Gefolge musste ich mich erst mal gewöhnen. (Ich gebe zu, Magd spielen liegt mir mehr, aber so eine adelige Dame hat auch etwas.) Welche Anweisungen kann ich jetzt geben, wann fang ich an zu nerven, etc pp. Das Leute sich extra hinter mich stellen war auch etwas irritierend am Anfang. Ich habe auch an sich keine Lust Danielle so etepete zu spielen oder mit der Nase ganz weit oben. Die ist schon ziemlich unfein für eine feine Dame, aber anders hätte ich selber keinen Spaß daran. Und Spaß soll es ja machen.

Außerdem, wenn der Koch bis in die Puppen schläft, muss sich ja irgendwer um den Kaffee kümmern.

Fazit

Wenn es irgendwie geht, dann bin ich nächstes Jahr wieder da. Mit Danielle. Muss also ganz gut gewesen sein. Und das mit dem Gefolge haben, kriege ich auch noch hin.

Ich kann es nicht lassen: Sticken Teil 23

Für meine Baronstochter habe ich Bänder gestickt, die sie bei einem Turnier vergeben kann:

Die oberen beiden sind mit dem Brickstich und Seidengarn gemacht, der untere ist ein einfacher Kreuzstich mit normalem Stickgarn. Jetzt muss ich nur noch auf ein Turnier gehen. Aber da ist ja für nächstes Jahr eins angekündigt.

 

The Sticksucht continues

Aus dem Mangel an Unterkleidern für Danielle (eins reicht einfach nicht) und der Existenz von 3m blauem Leinen, dessen ursprüngliche Verwendung durch äußere Umstände annulliert wurde, entstand der Gedanke, dass ich aus dem Leinen ein weiteres Unterkleid für die Baronstochter nähe. Gedacht, getan:

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Natürlich bekam auch dieses Unterkleid Stickereien. Diesmal waren sie Gott sei Dank nicht ganz so aufwendig. Und auch diesmal wird man sie wohl kaum sehen können, wenn ich was drüber trage. Aber ich weiß, dass es sie gibt. Das reicht.

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Vordere Mitte

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Kragenstickerei

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Ärmelstickerei

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Und dann habe ich das Unterkleid Probe getragen mit einem meiner Tageskleider drüber und es kamen Zweifel. Das Leinen ist dicker als beim ersten Unterkleid. Das heißt, dass es schwieriger ist die doch sehr körperbetonten Kleider darüber anzuziehen. Außerdem habe ich schon seit Ewigkeiten die Idee für eine Magdgewandung, bei der das Unterkleid blau ist und das Überkleid grau. Und eine Magd brauch ich demnächst auch.

Aber eine Magd mit einem blauen bestickten Unterkleid?

Als Magd für Danielle will ich meine Näherin Hilde nehmen, die ich bisher erst einmal bespielt habe. Einfach, weil ich nicht schon wieder einen neuen Charakter kreieren will. Ich bin einfach kein One-Shot-Charakter-Spieler.
Da Hilde eine Näherin ist, finde ich, dass sie schon ein besticktes Unterkleid haben kann. Das Überkleid wird dann so schlicht wie möglich. Ich hoffe, das wird reichen, damit man sie als Magd erkennt und ich trotzdem eine etwas ungewöhnliche Farkkombination wählen kann für sie.
Ich mag es alles ein bißchen anders zu machen. Obwohl, nein, das ist es gar nicht. Ich habe halt diesen die-Gewandung-muss-auch-im-Zweifelsfall-für-Living-Historie-reichen-Anspruch nichtt. Ich bin Larper, nicht jemand, der die Geschichte nachempfinden will. (Was jetzt nicht böse klingen soll, ich find das eigentlich ziemlich cool, wenn sich Leute Mühe geben das Mittelalter so darzustellen, wie es nach heutigen Erkenntnissen war.) Ich glaube, meine Ansprüche an mich selbst wären zu hoch, wenn ich Living History machen würde. (Als Beispiel: Ich würde alle (!) Nähte per Hand machen.) Und gleichzeitig kommt mir immer wieder die ein oder andere Idee für ein Kleidungsstück, die zwar historisch absolut nicht belegt ist, ich aber total toll finde. Und es ist mir wichtiger, dass ich mich wohl fühle und meine Kreativität ausleben kann, als mir selbst irgendwelche Schranken in den Kopf zu setzen. Also mache ich das, was mir gefällt.
Und eine Näherin mit einem blauen bestickten Unterkleid wird mir, glaub ich, sehr gefallen.

Einzig es bleibt der Unterkleidermangel von Danielle…

Und nun zu etwas fast völlig anderem: Ein Almosenbeutel. Die Stickerei war schon eine ganze Weile fertig, aber erst jetzt habe ich die Muße gefunden einen Beutel daraus zu machen:

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Da ich an Silvester meinen goldenen Beutel (habe ich den hier eigentlich mal gezeigt?) als Turnierpreis abgegeben habe, habe ich angefangen einen ähnlichen (gleiches Muster, aber andere Farben) zu sticken. Ich kann nicht anders, ich brauch das. Immerhin ist es eine Sucht.

Danielle, Danielle, immer nur Danielle

Ich war am Samstag auf dem Hollandstoffmarkt und habe Stoff gekauft. Brav wie ich war natürlich nur Stoff, der auch auf meiner Stoff-To-Buy-Liste stand. Und bei meinem Lieblingshollandstoffmarkthändler lag dann plötzlich dieses Schnuckelchen. Ein wunderschöner krapporangener, mitteldicker Wollstoff, den ich einfach mitnehmen musste. Daraus würde ich auf jedenfalls etwas schönes zaubern können.
Wie jetzt? Doch ein Stoff, der nicht auf der Liste stand?
Na ja, so ein Stoffkauf dauert ja so seine Stunden. Da kommt man ins Grübeln und Überlegen, und dann geht man zum Händler zurück, befühlt den Stoff, bewundert die Farbe, überlegt und überlegt mit welchem Argument man das selbst auferlegte Gebot nur Stoffe zu kaufen, die schon verplant sind, etwas dehnen kann, guckt noch mal woanders, ob man nicht den schon seit Monaten gesuchten dunkelblauen Wollstoff findet, findet ihn nicht, findet nur einen mittelblauen Wollstoff, findet einen hellblauen Wollstoff, ist mit beiden Farben nicht ganz zufrieden, wollte ja einen Dunkelblauen, steht wieder beim Krapporangenen und überlegt weiter.
Bis endlich der Gedanke des Tages in den Gehirnwindungen erscheint: man nimmt statt dem dunkelblauen, nichtaufzutreibenden Wollstoff einfach den existenten krapporangenen Wollstoff!

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Und schon war ich glücklich.

Neben dem Wollstoff kamen dann noch drei Leinenstoffe in die Taschen. Jeweils 2m von einem weißen und einem hellblauen Leinen für das Höllenfensterwappenkleid und ein halber Meter von einem rostrotorangenem Leinen, als Belegstoff für das nun andersfarbige Tageskleid.

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Alle Stoff sind schon gewaschen. Was jetzt fehlt ist der Schnitt fürs Tageskleid und Bomull als Probestoff. Ich kann ja nicht einfach so losnähen. Die Schnitte wollen alle überprüft werden. Vorallem wenn sich die Schnittquelle als nicht gerade zuverlässig ergeben hat.

Ich denke, ich werde aus den beiden Kleidern ein WIP machen. Ich mag WIPs. Jetzt darf ich nur nicht vergessen Bilder zu machen.