DF: Das Jahr des Blauen – Ich bin dabeiI

Bis vor ein paar Woche hätte ich das ja gar nicht gedacht, aber ich bin doch dieses Jahr tatsächlich auf dem Drachenfest. Lustigerweise gab und gibt es Cons in diesem Jahr, auf die ich lieber gegangen wäre, aber dann, es ist immerhin das Drachenfest. Und ich bin diesmal Teil einer Crew. Als Passagier.

Okay, das war ich letztes Jahr auch, aber da war ich auch nur, weil ich sonst keinen Schlafplatz gehabt hätte. Und eigentlich lungerte ich eh die halbe Zeit bei meiner jetzigen Crew herum. Aus Gründen.

Jetzt bin ich also Teil einer eingeschworenen Larpgruppe. Ich bin kein Neuling, wenn es um Larpguppen geht. Mit meiner Schreiberin bin ich ja im Tross vom besten Ritter der Welt. Aber beim Tross war ich von Anfang an dabei. Hier komme ich später in die Gruppe. Ich sehe die Zeit als Probezeit an, weil ich schon gerne weiter mit ihnen lagern und spielen würde. Aber ich weiß noch nicht, wie ich in die Gruppe passe werde. Ich bin gespannt. Bisher sind alle super nett.

Und wie es so aussieht, werde ich auch dieses Jahr wieder die Scriptorin machen. Alleine.
Damit bin ich ziemlich unzufrieden, aber die zweite Scriptorin hat abgesagt, weil sie ein anderes Projekt verfolgen will. Ich werfe ihr das nicht vor. Ich kann verstehen, wenn man sich um andere Projekte kümmern will. Und Scriptorin ist schon ein zeitintensiver Job. Ich finde es nur doof, dass die Entscheidung so kurzfristig gefällt wurde, eine Woche vor dem DF. Aber dadurch, dass das Blaue Lager dieses Jahr nicht um den Sieg kämpft, wird es hoffentlich ein bisschen entspannter. Und ich hoffe, dass sich die Captains gemerkt haben, ihre Sitzungen kurz zu halten.
Ich fühle mich ja ein bisschen wie die Head Scriptorin. Vielleicht sollte ich in der Hafenmeisterei diesen Titel einführen. Vielleicht sollte ich das vorher aber noch schöner formulieren.

Ich habe dieses Jahr absolut keine Erwartungen an das DF. Ich habe keine Pläne, die ich verfolgen will, keine Aufgaben, selbst die Idee Kodexwächter zu werden habe ich aufgegeben. Weil ich von nautischen Sachen absolut keine Ahnung habe, werde ich den Test eh nicht als Beste bestehen. Ich bin zufrieden damit, meinen kleinen Reisekodex in der Tasche zu haben.
Ach ne, da fällt mir ein, etwas wollte ich doch machen. Ich werd mich mit der Sturmflut in den Tod stürzen. Aus zwei Gründen. Erstens möchte ich Peipei beweisen, dass mein Geist nicht schwach ist. Der hatte das letztes Jahr behauptet, aber was weiß der schon. Zweitens möchte ich mal den Limbus sehen.

Eigentlich kann das DF nur gut werden. Aber wie ich die Veranstaltung kenne, wird es auch stressig und nervig von Zeit zur Zeit. Aber für das wichtigste ist gesorgt: Essen.

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Die Box von Aurelia

Das Blaue Lager auf dem Drachenfest steht für die Freiheit. Und zwar die absolute Freiheit, die ideelle Freiheit, die Freiheit von allen über allen.
Helena, auch wenn sie erst seit letztem Jahr zum Drachenfest gerufen wird, hat sich dieses Ideal der Freiheit sehr zu Herzen genommen. Aus diesem Grunde hat es sie sehr mitgenommen, als sie erfahren hatte, dass ein Bekannter von ihr sich eine Sklavin hält. Diesen Affront gegen ihr Ideal konnte sie nicht einfach tatenlos weiter bestehen lassen. Also beschloss sie, die Sklavin freizukaufen.

Nach harten und erbitterten Verhandlungen, in denen sie ihr ganzes rhetorisches Vermögen aufbrachte, sowie ein Teil des finanziellen Vermögens eines Freundes, konnte sie ihren Bekannten dazu überreden, ihr die Sklavin zu verkaufen. Ganze drei Gold musste sie ausgeben! (Ein guter Sklave ist übrigens schon für 15 Gold zu bekommen.)

Und dann hielt sie endlich die „Besitztafel“ von Aurelia, der Skalvin, in den Händen, die sie sogleich, unter Beifall der Umstehenden, zerbrach!
Ach, das war schön.

Für nächstes Jahr möchte ich die zerbrochene Besitztafel unserem Avatar geben, damit er seinen Kraftplatz damit schmücken kann. Zum Zeichen, dass Sklaverei im Blauen Lager und von den Blauen nicht geduldet wird.
Dazu habe ich eine Box etwas bläulich hergerichtet:

    

Die Inschrift:

Einige Details:

   

Und? Gefällts?

Auf dem Weg zum Drachenfest

Keine Sorge, mir gehts gut, dies ist einfach eine literarische Übung.

Die Tage vor dem Aufbruch sind nicht leicht. Vollgepackt sind sie, beladen mit Stress, Frustration und schlechtem Schlaf. Auszuhalten nur durch die Tatsache, dass zumindest für eine Woche all das keine Rolle spielen wird. Eine Woche, auf die ich mich seit einem Jahr freue, seit Monaten drauf vorbereite und seit Tagen entgegenfiebere. Drachenfest 2011 steht an, ich bin dabei und nichts kann mich davon abhalten.
Irgendwie habe ich es geschafft meine To-Do-Before-DF-Liste rechtzeitig abzuarbeiten. Immerhin musste ich dieses Mal kein neues Kleid nähen, geschweige denn eine vollständige Gewandung. Nur eine Weste, für die Endschlacht. Mit Metall im Mieder muss man immer so aufrecht sitzen. Die Auftragsarbeit für meine Cousine, ein Dreispitz, ist auch fertig und ich finde ihn besser als meinen eigenen. Naja, den brauch ich dieses Jahr ja nicht, da ist das nicht so schlimm.
Die Abreise verschiebt sich dann aber doch noch um einen Tag. Wegen der Arbeit. War ja klar. Allerdings macht es den Stress nicht geringer. Immerhin, um vier verschwinde ich aus dem Büro und versuche den Rest des Abends die letzten Wochen zu vergessen, mich zu entspannen und aufs DF zu freuen. Ich freue mich, bleibe aber angespannt. Ich bin halt doch nur ein Mensch. Ich kann nicht einschlafen. Ich erinnere mich daran, dass ich doch noch etwas vergessen habe beim Packen und frage mich, wo ich das eigentlich noch hinpacken soll. Mein Rucksack und mein Koffer sind voll. Ich frage mich nicht, ob sie zu voll sind. Das Problem wird sich , wenn überhaupt, zwölf Stunden später stellen. Ich mache Licht an – es blendet, ich Dummie habe mich nicht schnell genug zur Seite gedreht – und stehe auf. Ich habe den Schmuck vergessen, und Teelichter.
Am nächsten Tag wache ich nach ungefähr sieben Stunden Schlaf auf. Normal für andere, mir steckt immer noch etwas in den Knochen. Sieben Stunden sind zwei zu wenig. In dieser Sache bin ich kein Durchschnitt. Aber immerhin, noch heute Abend werde ich in Köln sein, weit weg von meiner Stadt, in der ich lebe und arbeite. Ich hoffe, dass meine Anspannung dann auch weit weg ist, bezweifle es aber.
Mein Zug fährt erst Mittags. Ich habe Zeit. Ich schaffe es den Rest meine Gepäcks in beide Taschen zu quetschen. Ib ich die Taschen auch tragen kann, weiß ich immer noch nicht. Aber dafür ist die Wohnung aufgeräumt, der Abwasch gemacht und meine Pflanzen werden auch versorgt. Diesmal darf ich mich darauf freuen, in eine schöne Wohnung heimzukommen. Ich war sogar so gut mir für den Heimkehrsonntag eine Pizza ins Gefrierfach zu legen. Ich weiß, ich werde Hunger haben.
Ich setze die Mütze auf und ziehe meine Jacke an. Dann steck ich die Mütze in meine Tasche. Da war ja noch so ein Dreispitz. Keine Stunde später werde ich wegen dem als Jack Sparrow angeredet. Mich irritiert das. Seit wann sehe ich nicht mehr aus wie eine Frau?
Rucksack und Koffer sind schwer. Ich schaffe es trotzdem sie zum Bahnhof zu tragen. Wa bleibt mir auch anderes übrig? Ich bin kein Minimallarper. Wenn ich könnte, hätte ich schon längst ei eigenes Auto und noch mehr Zeug.
Ich bin auf dem Weg zum Drachenfest. Ich freue mich darauf. Ich werde wohl nicht allen Stress zuhause lassen. Jedenfalls nicht mit einer vier Stunden Zugfahrt. Es werden die Menschein sein, die mir helfen werden meiner Anspannung Herr zu werden. Menschen haben mir schon immer geholfen.
Ich freue mich darauf, Freunde wieder zu sehen.