Epic Empires 2016 – Review

So langsam wird das Epic zu einer sehr gemochten Konstanten in meinem Larpleben. Auch dieses mal war ich wieder mit Honoratia im Pulvergraben und habe es dort sehr genossen. Es gab zwar einige Tiefen, aber, um ein kleines Fazit vorneweg zu nehmen, die Höhen haben für mich überwiegt.

OT-Kram

Anmeldung über die Pulvergraben-Orga lief wieder super. Bei Nachfragen wurde auch sehr nett geantwortet. Danke an Euch, dass ihr das so toll macht!

Ein Lob geht auch an die EE-Orga. Man hat gemerkt, dass sie sich sehr bemüht haben die Informationen an die Leute zu bringen (Infos beim Check-In, in der Stadt und bei den Sanitätseinrichtungen überall OT/IT-Informationen, gute SL-Ansprache) und die Probleme mit den Klos (wo sie dieses Jahr echt Pech hatten irgendwie) haben sie in meinen Augen zügig bearbeitet. Und als ich einmal die Orga selbst brauchte, war diejenige super nett und hilfsbereit.
Da ich auf dem Epic nie eine SL brauche, habe ich sie auch nicht vermisst. Ich finde es sehr angenehm, dass sich die SL eher im Hintergrund aufhält.
Klos und Duschen waren, wenn sie offen waren, auch ordentlich. Und bei den Duschen musste ich mich nie anstellen. Super.
(Dieses mal gab es nur viel seltener vergessenes Toilettenpapier auf den Toiletten. Da war ich von den Jahren vorher sehr verwöhnt von ^_^)

Einziger Knackpunkt (und den habe ich seit Anfang an), ich verstehe einfach nicht, warum man heutzutage sein Ticket noch unbedingt ausdrucken muss und es nicht als PDF auf dem Smartphone herzeigen kann. Und Ticketbetrug ist für mich kein Argument, sorry. Dafür ist doch der Ausweis da.

PS.: Wie Antonia unten in den Kommentaren liebenswerterweise erläutert hat, liegt das Unbedingt-Ausdrucken daran, dass der Scanner keine Smartphone-Oberflächen abscannen kann. Mit der Erklärung kann ich leben. 🙂

Pulvergraben

Ach, was soll ich sagen, einfach: ❤ ❤

Das Lager war diesmal keine Sackgasse, sondern machte mehrere Kurven und mündete dann im Orientviertel, was ich eine sehr schöne Neuerung fand. Nicht jeder hat sie gefunden, weil die Kurve an einer Stelle (zwischen Hauptmannstisch und Mannschaftstisch) doch recht eng war und es nicht ersichtlich war, dass es da weiter ging, aber das hat dem ganzen auch ein bisschen Charme verliehen.
Ansonsten fand das Grabenleben vorwiegend am Hechtsprung statt, dem größeren Platz im Herzen des Lagers, an dem auch das Moustache (mit der besten Schokolade), das Handelskontor und das Arsenal war. Ein schöner Fleck um da zu verweilen. Abends hat man die Leute dann am Mannschaftstisch getroffen (das hatte ich letztes Jahr vermisst). Danke an die Gruppe, dass sie die Tische für die Allgemeinheit freigegeben haben!

Das Moustache bestand dieses Jahr (leider) aus einer schwarzen Jurte. Durch den niedrigen Eingang und die Dunkelheit fand ich es nicht ganz so einladend. Großer Vorteil war aber, man konnte darin rauchen. Ich selber bin zwar Nichtraucher, aber Honoratia raucht hin und wieder mal gerne eine Zigarre. Das konnte ich dann Freitagabend schön im Zelt machen.

Das Leben im Pulvergraben zeichnet sich auch besonders durch die vielen lieben Leute aus, von denen ich dieses Jahr einige (noch) näher kennenlernen durfte. Leute, ich mag euch total gerne und spiel mit euch total gerne!
Ein bisschen mehr IT-Konflikt (war dieses Jahr sehr harmonisch fand ich) hätte schon sein können, aber besser so, als OT-Zwist. Für den nächsten Pulvergraben muss ich vielleicht mal mit dem ein oder anderem vorher was absprechen (Ich bin da nicht so der spontane Typ, aber wenn ich so was einplanen kann…)

Drillübungen habe ich zwei mitbekommen. Die erste fand Donnerstag statt, bei der es gefühlt(!) den halben Tag gedauert hat, bis wir endlich losgingen. Das kann man anders handhaben. Lag auch ein bisschen daran, dass die Leute so kleckerweise zur Musterung kamen, die davor war und unser Hauptmann sich auch gerne nochmal von einer Delegation ablenken ließ. Hier ein kleiner Rüffel an die Pulvergrabenorga, die ja selbst in der SL-Ansprache gesagt hat, dass sie Drillübungen machen will, dass man dann nicht bis ewig wartet, sondern sich an seine eigenen Ansagen hält. Wie gesagt, ein kleiner Rüffel, weil am Tag drauf funktionierte das gefühlt schon besser (da hätte ich die Drillübung fast verpasst, weil ich zu spät ins Lager gekommen bin. Aber das wäre mein Pech gewesen.)
(Arg, ich merke gerade, dass ich echt schlecht bin in Kritik geben, mir ist das grad nicht ganz so angenehm das zu schreiben. Na ja, Mimimi auf hohem Niveau und so.)
Was ich vielleicht sagen will, wenn man eine Drillübung ansetzt, dann frühzeitig kommunizieren, wann sie ist und dann bitte nicht ewig warten. Wenn nicht alle da sind, dann hat der Rest halt Pech gehabt. Den Anspruch, alle mitzunehmen, ist halt sehr schwer zu erreichen. Ich habe letztes Jahr festgestellt, dass Drillübungen auch in kleinen Gruppen Spaß machen!

Vielleicht braucht es da auch einen Stellvertreter für den Hauptmann, der in der Zeit der Übungen Delegationen von anderen Lagern empfängt. Nur mal so grad angedacht.

P.S.: Ich habe gerade gelesen, dass es einen Obristen gab, der den Hauptmann vertreten hat. Habe ich so absolut nicht mitbekommen.

Klasse fand ich dieses Jahr die beiden „Jobs“, die neu vergeben wurden. Den des Zeugwarts und den des Nachtwächters. Bitte gerne das nächste Mal wieder, ich fand, es hat super funktioniert. Und nicht nur, weil ich die Nachtwächterin war, sondern weil es auch Spiel generiert hat.

Nachtwächterin

Nachdem ich mich das letzte Jahr darüber geärgert habe, dass das Lager nachts so dunkel war, habe ich dieses Jahr sofort zugesagt, als es hieß, der Pulvergraben braucht einen Nachtwächter.

Am Anfang hatte ich noch Sorge, ob ich das hinbekomme, aber das war natürlich total unbegründet. Im Endeffekt war es zweimal am Tag was machen: Irgendwann die alten Kerzen gegen neue austauschen und abends dann einmal alle Kerzen anzünden. (So hat man die „Arbeit“, die man nicht wirklich Arbeit nennen kann, ganz gut entzerrt) Später in der Nacht habe ich dann nochmal geschaut, ob nicht die eine oder andere Kerze ausgegangen ist und ausgetauscht werden musste oder so. Alles also total easy. Und eine wunderschöne Schärpe habe ich auch bekommen (an die sich Honoratia erst gewöhnen musste).
Noch einfacher wurde es dadurch, dass es drei andere Schärpen gab, die ich an andere für länger oder für kurz vergeben konnte und sie damit wahlweise zum Stellvertreter, Lehrling oder Zwangsrekrutierten gemacht habe. Im Endeffekt habe ich so einmal am Mittwochabend alle Kerzen angezündet und einmal am Donnerstag alle Kerzen ausgetauscht. Den Rest habe ich delegiert ^_^
Danke an meine Stellvertreter, Lehrlinge und Zwangsrekrutierten, dass sie das alle so schön mitgemacht haben. Ich habe extra versucht viel zu delegieren, damit halt die schönen Schärpen getragen werden (ich war geradezu moralisch dazu verpflichtet, die Schärpen zu vergeben) und einfach ein bisschen Spiel zu haben.
Ich fand die Taktik. jeden Tag einen neuen Stellvertreter zu haben, hat gut funktioniert.

Im nächsten Pulvergraben mache ich das gerne nochmal, wenn sich kein anderer findet. Und dann habe ich vielleicht sogar meinen Haken für meine Tasche 😉

Schlachten & Endschlacht

Ich hatte dieses Jahr drei Schlachten: die im Norrelag, die Schlacht von der Stadt gegen das Imperium und die Endschlacht. Etwas zu wenig für meinen Geschmack. (Ich hätte bei einer Nacht- und Nebelaktion noch dabei sein können, aber da hatte ich schon was vor und das wollte ich nicht absagen.) Jetzt, wo ich eine für mich passende Möglichkeit zum Knallen gefunden habe (Knallerbsen), macht mir das Schießen mit der Muskete noch mehr Spaß. Das Hantieren mit Schwarzpulver und dann nur das leise Puff von den Ladykrachern, wenn sie überhaupt losgehen, war mir dann doch zu umständlich.

Egal, zurück zu den Schlachten. Die erste mit dem Norrelag sollte eigentlich nur eine Drillübung sein. Das Norrelag war nur etwas müde von den ganzen Angriffen und da durften wir erst mal deren Gastfreundschaft genießen. Und wie es so ist, wurde das Norrelag während dieser Zeit gleich von drei Gruppen zusammen angegriffen. Gut, dass wir schon im Lager standen. Zwei Salven von uns durchs Tor später, hörten die Schlachthandlungen schnell auf. Ach, das war schön. Da sieht man mal, wo die Stärke vom Pulvergraben liegt.

Die zweite Schlacht sollte eigentlich auch schon Freitag sein, vertagte sich aber auf Samstagnachmittag. Da versperrte die Stadt dem Imperium den Weg in die Stadt. Wegen Steuereintreibung und so. Kurzerhand wurde im kleinen Wäldchen vor der Stadt eine Barrikade aufgebaut und fast alle Stadtgruppen entsandten Kämpfer, um das Imperium aufzuhalten. Das war ein schöner ungewohnter Anblick. Nach dem Beleidigungsaustausch kam es dann zum Kampf und wir haben das Imperium doch tatsächlich komplett überrannt!
Ich glaub, ich hab keinen getroffen, weder mit Muskete, noch mit Rapier, aber trotzdem Wuhuu! \o/

Und ein größeres Wuhuu gab es sogar nach der Endschlacht. Die hat nämlich auch die Stadt gewonnen!
Ich mag die Endschlacht und ich finde sie auch nicht OT. (Was ich schade finde ist, dass man sie wie OT behandelt, weil ‚Mähh, Endschlacht, will nicht, aber wir müssen ja.‘ oder ‚Määh, Endschlacht, danach sind alle immer so OT‘ oder ‚Määh, Endschlacht.‘)
Wenn man sich mal die IT-Regeln anschaut, passt das IT wunderbar. Es ist halt einfach ein Teil des Wettbewerbs, an dem jedes Lager mitmacht. Punkt. Was ist daran OT? Das die Leute danach ins OT gehen, ist deren Problem. Das muss man nicht.
Ich glaube, es würde sehr viel fehlen, wenn man sie ganz abschafft.

Neu-Ostringen & die anderen Lager

Ich war dieses Jahr noch mehr in der Stadt als im letzten Jahr. Eigentlich war ich nur einmal im Norrelag und habe sonst kein anderes Lager mitbekommen (jedenfalls nicht IT). Das Norrelag war dafür sehr gastfreundlich und als wir einmal bei einem der Anführer ausgeruht haben, fand ich das mit dem Trinken und Speisen im Kreis rumreichen sehr schön.

Die Stadt war von den Aufbauten gefühlt etwas nicht dicht. Das kam vorallem, da ein Händler noch vor IT wieder abbauen musste und dadurch eine riesige Lücke entstand auf deren anderer Seite die Arena war, die ja auch nochmal eine große Freifläche hatte. So war in dem Teil der Stadt eine sehr große Lücke. Und es gab irgendwie auch gefühlt weniger Händler. Besonders Essensstände waren selten. (Es gab wohl einen, aber den habe ich noch nicht mal gesehen.)
Was auch sehr schade war, dass Krabats Badehaus in der Unterstadt lag. So haben die, die davon wussten, zwar nie Probleme gehabt, einen Termin zu bekommen, aber dafür ist dieses Spielangebot eigentlich viel zu schade.
Ja, die Zuberwölfin war in der Stadt, zu der ich auch sehr gerne gehe, aber trotzdem hat Krabats Badehaus das nicht verdient.

Nichtsdestotrotz war ich als Nicht-Bademagd an diesem Wochenende noch nie sooft im Zuber wie zuvor. Das war schön.

Super fand ich die Bürgermeisterwahl, die das ganze Epic über ging, und besonders den Wahlkampf von John Williams (der halt dann auch mal zu den Leuten hingegangen ist, bürgernah halt). Honoratia interessiert sich eigentlich nicht für Politik, aber man hat trotzdem immer mal wieder was mitbekommen. Das hat zu einem lebendigen Stadtleben mit beigetragen.

Mein Epic

Hier mal das, in nicht besonderer Reihenfolge, was mein Epic 2016 ausgemacht hat:

Am Freitagabend gab es den Jungesellinnenabschied der Verlobten des Hauptmanns. Es war toll mit den Damen aus dem Pulvergraben umherzuziehen. Generell hatte ich dieses Jahr viel Spiel mit den Damen, was total Spaß gemacht hat. ❤

Ich hatte meinen Hut vergessen!!!! Totale Katastrophe eigentlich für einen Musketier. Deshalb hat sich Honoratia auch jeden Hut geschnappt, dem sie habhaft wurde. Leider musste sie die aber immer wieder abgeben.
Und dann wurde ich deshalb auch noch für eine Piratin gehalten 😦 Nie wieder ohne Hut!

Neben dem Hut hatte ich auch mein IT-Geld vergessen. Aber daran habe ich mal wieder gesehen, dass man kein IT-Geld von vornherein braucht. Ich hab dann einmal den Sold bekommen und musste mich einmal im Hospital verarzten lassen und schon hatte ich wieder viele kleine Münzen.

Endlich konnte ich mich mal im Hospital des Pilgerlagers verarzten lassen! Yeah. Allerdings musste ich vorher von so einer Blutnymphe beißen lassen. Elendiges Drecksweib.
Eigentlich sollte der Biss mich dann auch negativ beeinflussen. Ich habe also versucht meine innere Dunkelheit verstärkt auszuspielen, aber anscheinend war es nicht genug. Es ist jedenfalls keiner meiner Kumpanen drauf eingegangen. Und dann saß ich auch irgendwann im Zuber an dem Tag und habe beschlossen, dass Krabats Badehaus heilendes Zuberwasser besitzt und die Effekte des Bisses weg waren.

Das große Tief dieses Wochenendes war gar nicht ein persönliches, sondern von einem Freund, der mit mir zum Epic gefahren ist. Der hatte sich nämlich am Donnerstag das Knie verdreht und wollte dann verständlicherweise Freitag wieder nach Hause, weil er echt nichts machen konnte.
Ich habe ihn dann am Freitagvormittag nach Saarbrücken gefahren und in den Zug gesteckt. Das ging zum Glück. Die Alternative wäre gewesen, dass ich ihn ganz nach Freiburg zurück gefahren hätte. (Wenn es nicht anders gegangen wäre, hätte ich das gemacht, aber so war ich sehr froh, dass ich Freitagmittags wieder zurück war und nicht erst Freitagabends. Das Epic bzw. generell jedes Larp ist für mich Erholung. Da will ich jede Minute auskosten.)

Toll fand ich die Schilder auf den Klos vom Norrelag. Lustige Idee!

Krabats Badehaus muss hier auch nochmal erwähnt werden. Ich mein, egal, ob ich als SC da bin oder nicht. Wenn das Badehaus da ist, bin ich auch immer ein klein wenig Bademagd.

Ich hab bei der Endschlacht einen Ork erschossen!
Keine Ahnung, ob der meinen Knall gehört hat, aber er war vor mir, ich hab geschossen und dann ist er getroffen worden. Das war schön. Danke an die Orks für dieses Manöver!

Unterm Strich

Schönes Epic. Nicht mein schönstes, aber ich komme trotzdem gerne wieder. Es ist irgendwie total entspannend. Das Konzept ‚Larp für Erwachsene‘ und die SL ist nicht der Schiedsrichter, sondern der Helfer im Hintergrund, macht das Ganze zu einer sehr freien Veranstaltung, bei der ich mich nicht bevormundet fühle, sondern mein Ding machen kann. Das ist eine total schöne Immersion.

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Honorata 1.0

Drei Tage vor dem Epic hatte ich, wenn ich mich richtig erinnere, alles fertig, was ich fertig haben wollte. Umhang war genäht, drittes Hemd war gemoddet, Stickereien waren fertig und der Hut war auch rechtzeitig da. Honorata 1.0 konnte die Larpbühne betreten und das tat sie dann auch:

EE14_Honorata_3

Hemd und Jacke hatte ich ja ausführlich vorgestellt (siehe Schublade: Musketiera).

Mit ein bisschen Geschwafel kommen jetzt die Detailfotos zum Umhang und Hemd Nr. 3. (Hemd Nr. 2 ist im Gegensatz zu den anderen gräulich blau, ansonsten nicht ganz so spektakulär.)

Der Umhang:

Ist im Endeffekt ein Dreiviertelkreis mit Kragen. Allerdings hat es ein bisschen gedauert, bis ich ein Kragenschnittmuster gefunden habe, das mir gefiel. Einfach an einen Dreiviertelkreis ein längeres Stück Stoff anzunähen, brachte nämlich nicht den gewünschten Effekt. (Und eigentlich wollte ich den Alatriste-Umhang nachnähen, aber ich habe nicht herausgefunden, wie der geschnitten ist. Trotz intensiver Bildanalyse. Wer da was weiß, darf sich gern bei mir melden.)
Der Umhang ist aus einem dunkelgrauen Wollstoff, mit einem festen, anthrazitfarbenem Leinenstoff gefüttert und ziemlich schwer. Fast zu schwer. Damit ich nicht ganz soviel Last auf den Schultern habe, habe ich ihn noch zehn Zentimeter gekürzt. Nach dem Kürzen war er dann, nach meinem Geschmack, leicht zu kurz. Ach, ich kann es mir auch nicht recht machen. Aber das Epic hat gezeigt, das ist total in Ordnung so. So schleift der Umhang auch nicht durch hohes Gras und, wenn ich ihn nur über eine Schulter trage, nicht auf dem Boden. Passt.
Schwer ist er immer noch, aber nicht zu schwer.

Eine Sorge waren noch die Bändel zum schließen. Wegen dem Gewicht mussten die gut und reißfest angebracht werden. Als Bändel habe ich dicke Lederschnüre genommen, an einem Ende eine Schlinge gemacht und diese Schlinge mit gaaaanz vielen Stichen per Hand an Oberstoff und Futter genäht. Als Verkleidung kam ein Stück roten Leders drüber, den ich mit dem bewährten Knopflochstich angenäht habe.

Und was soll ich sagen, das hält super!


Links im Bild sieht man noch vielleicht, dass ich das Lederband geflochten habe. Das habe ich zum Teil wegen der Optik gemacht und zum Teil, damit das kurze Ende der Schlinge nicht blöd rumhängt.

Am Rand des Umhangs, auf der Seite des Futters gab es noch eine Blende aus dem Oberstoff. Fand ich besser so. Und das Futter ist am Saum auch nicht mit dem Oberstoff vernäht. Durch die Schwere der Stoffe macht das eh keinen Unterschied und ich erspare mir das blöde Anpassen der Länge. (Und dann beult es doch wieder aus. Ne, ne, ohne mich.)

 

Hemd Nr. 3

Beim Hemd Nr. 3 konnte ich es mal wieder nicht lassen habe es bestickt. Diesmal mit Schwarzstickerei in rot, an Kragen und Ärmeln. Das hat zwar etwas länger gedauert, als ich gedacht hatte, aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt. Auch dieses Hemd ist vollständig per Hand genäht. Als Schnittmuster habe ich das bewährte vom ersten Hemd genommen und es nochmal leicht abgeändert.

Neben den roten Zierstichen habe ich auch versucht Ton in Ton zu verzieren und generell die Nähte schön zu vernähen. Der Knopflochstich an der Halsöffnung z.B. Und die einzelnen Stoffstücke habe ich wieder mit einem Stäbchenstich gearbeitet.

An die Ärmel kamen diesmal Knöpfe mit einem Schlingenverschluß. Und als Gimmick ein gestopftes Einschußloch. Vom Vorbesitzer.

 

Was fehlt:

Die richtigen Stiefel. Da habe ich aber bisher noch kein Modell gefunden, das mir wirklich gefällt. Und selbstgestrickte Socken. Im Moment habe ich Trachtenstrümpfe aus Polytierchen, aber die sind nur eine Übergangslösung. Da ich selber auch stricke, stand von vornherein fest, dass ich die Socken selber mache.

Eine Muskete, die zuverlässiger ist. 😉 (An dieser Stelle ein großes Danke an Kelmon, der die Muskete gebaut und mir geliehen hat, samt Bandolier. Ohne ihn hätte ich Honorata nicht spielen können!)

Evtl. ein Lederwams, für Schlachten.

Schminke auf die meine Haut nicht reagiert. Es war zwar nicht schlimm, nur nervig, aber es muss ja nicht sein. Andererseits sind es nur drei, vier Tage im Jahr. Das kann man aushalten.

Vielen Dank an Michael Burandt und Nummi, die so tolle Fotos von mir gemacht haben.
Endlich einmal bin ich auch fotografiert worden. Yeah!