Schreibblockade

Ich schreibe gerade ein Buch.

Jetzt fragt bitte nicht warum, darum geht es hier gerade gar nicht. Ich schreibe halt. Und fragt auch nicht, worum es geht, das muss ich selbst noch herausfinden. Ich habe eine Ahnung, worum es geht, aber das könnte sich noch ändern. Bzw. ich weiß sehr gut, um was es geht, aber das ist der große Plottwist, den ich nicht spoilern will.

Das Problem ist, ich bin gestern in eine ziemlich große, wenn nicht zu sagen riesige (!) Schreibblockade geraten.
Es kommt vor, dass ich für jedes Wort kämpfen muss. Dass ich auch mal einen Absatz lösche, weil ich merke, dass ich damit in eine Richtung steuere, die ich nicht mag. (Nicht zu verwechseln von den Richtungswechseln, die zwar unvorhergesehen, aber eh viel besser für meinen Plot waren.)  Am Ende des Tages habe ich mein persönliches Wortsoll erreicht und ein kleines Stück der Geschichte ist weiter offenbart.

Aber gestern, da ging gar nichts. Außer Müll, aber der war auch so wenig, das er nicht zählt.
Ich saß vor meinem Laptop, starrte (Starren ist übrigens ein Wort, das ich oft und gerne benutze. Es drückt so schön alles aus.) auf den weißen Bildschirm vor mir und mir kam kein einziges brauchbares Wort. Und ich frage mich, woran das lag.

An meinem Plot, den ich einen Tag vorher etwas umgestellt und dabei gemerkt habe, dass ich noch eine Szene vor eine schon geschriebene Szene einfügen sollte? (Sollte ich das vielleicht lassen?)
An meinem Plot, bei dem ich als nächstes eine Szene geplant habe, ohne zu wissen, was da passieren soll? (Außer: Held trifft Rivalen, beide erkennen, dass sie sich nicht mögen, ganz viel Konflikt, bla.)
Liegt es daran, dass ich mittlerweile den groben Verlauf der Geschichte kenne und sie für mich deshalb langweilig geworden ist? (Aber ich kannte den groben Verlauf von meinem letzten Buch, das ich geschrieben habe auch, und ich habe die Geschichte fertig geschrieben.)
Vielleicht daran, dass ich ständig die Perspektive wechsle und mich dauernd in einen anderen Kopf versetzen muss. (Aber das ging doch die Tage vorher auch.)
Bin ich latent krank? Ich fühl mich latent krank. (Diesen Grund würde ich persönlich begrüßen, dann liegt es nämlich nicht an meinem Plot, hurray!)
Habe ich, wegen dieser Realität da draußen, einfach keinen Kopf mehr für eine blöde Fantasy-Geschichte? (Och nö, das wäre echt schade.)
Bin ich doch kein Schriftsteller? ( Ôô )

Warum, warum, warum kann ich die Geschichte nicht weiterschreiben, obwohl ich meine Charaktere so liebe und sie die Geschichte erleben lassen will? Tom soll seine [Spoiler] und Aellin soll [Spoiler] und Fili soll [Spoiler] und Günter soll einfach Günter sein dürfen (Günter ist mein sprechendes Schwert, ich liebe Günter) und Wendel soll, hmm, das weiß ich noch nicht genau. Eigentlich könnte ich Wendel auch rauslassen, aber ich mag Wendel. Außerdem hat er anscheinend Faust gelesen…
Und jetzt will ich mal eine Faust-Aufführung sehen.

Hmm, okay, einen Blogbeitrag kann ich also noch schreiben. Das ist gut. Daran sollte ich festhalten. Vielleicht sollte ich auch einfach meinen Kopf ausschalten, auch wenn ich dann nur unspannendes Zeug schreibe, ohne tolle Beschreibungen, nur, um wieder reinzukommen.

Ich will ja schreiben, ich will, dass diese Geschichte ein Ende bekommt. Die Geschichte verdient ein Ende.

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Gobelin-WIP: Das Licht am Ende des Stickrahmens

Ich bin am Ende angekommen, am Ende des Rahmens, am Ende vom Stickmarathon.
Ist schon ein seltsames Gefühl, dass ich mich jetzt nicht einfach in meinen Sessel setzen und weitersticken kann. (ich brauch ne neue Beschäftigung^^) Ich bin auch gar nicht mehr begeistert. Dazu habe ich den Teppich zu lang vor Augen gehabt. Da ebbt sogar meine Begeisterung nach ner Weile ab.
Ich bin zufrieden. Und erstaunt, dass es dann doch so schnell fertig geworden ist. Ich habe jetzt ungefähr zweieinhalb Monate gebraucht (exklusive einer mehrwöchigen Pause im März, in der ich die Unterhose für Helena genäht habe), am Anfang dachte ich noch, dass ich mindestens die doppelte Zeit brauche.
Fertig ist der Teppich noch nicht. So kann ich ihn ja nicht aufhängen. Da fehlt noch die Rückseite. Da muss ich jetzt schönen Stoff für finden.

Wie, ihr wollt endlich den Teppich sehen? Ach, immer diese Bildsüchtigen. Na, okay, hier ist er:

P.S.: Ja, er ist etwas schief. Bei diesem Stich verzieht sich halt der Stoff ganz gerne und auch mit Stickrahmen konnte ich das nicht ganz verhindern. Das werde ich noch begradigen.