Das Epic Empires 2015

Und zum zweiten Mal betrat Honorata die Lande der Lesathen um Gold zu gewinnen und glorreiche Tode zu sterben. Ersteres verlief so mittelmäßig und zweiteres war auch eher so lala. Trotzdem war es ein geniales Con und ein unvergessliches Wochenende.

OT-Kram & Wetter

Anmeldung über den Pulvergraben und Check-In am Gate verlief ohne Probleme. Allerdings möchte ich echt gerne mal wissen, warum man im Jahr 2015 immer noch unbedingt sein Ticket ausgedruckt haben muss. Das muss nicht sein, echt nicht.

Da ich dieses Jahr selber Fahrer war, bin ich in den Genuss gekommen vom Parkplatz zu Fuß zurück zu laufen. Das möchte man auch nur einmal machen. Vor allem bei dem Wetter. Apropos Wetter, die ersten zwei Tage war es brüllend heiß mit erhöhter Brandgefahr. Das hat mir zum Einen einen Sonnenbrand auf den Beinen beschert (ich geb’s zu, ich war so dumm und hab mich nicht eingecremt) und zum Anderen etwas Hemmungen bereitet meine Muskete zu benutzen. Nach dem Gewitter am Donnerstagabend legte sich das aber.

Und obwohl es so heiß war, hat mich das rein gar nicht vom Spielen abgehalten. Aber dazu später etwas mehr.

Abreise war dann vom Dauernieselregen geprägt. War halt nervig. Da ich selber noch kein Zelt habe, dass ich dann zuhause noch trocken hätte müssen, war es für mich persönlich aber nicht so schlimm.

Zu den Sanitäranlagen kann ich nicht viel negatives sagen. Bei den Damenduschen war halt der Boden immer etwas dreckig, aber da werde ich mir im nächsten Jahr einfach Badeschlappen mitnehmen. Ansonsten waren die Duschen heiß und die Toiletten in einem guten Zustand.

Pulvergraben

Ich habe mich dieses Mal von Anfang an als Teil des Grabens gefühlt. Das kommt wohl einerseits daher, dass ich kein Neuling mehr im Pulvergraben bin, aber auch weil meine Mitlageristen so toll sind. Danke an Euch für das schöne Spiel! Es hat tierisch Spaß gemacht.

Der Pulvergraben an sich war wunderschön, mit Kaffeehaus, Wachstube, Arsenal, Hauptmannstisch & Handelskontor. Leider war es nachts etwas dunkel (Ja, ich fass mir da auch an die eigene Nase.) und es fehlte mir persönlich eine gemeinschaftliche Feuerstelle, an der man sich sammeln konnte. (Im Kaffeehaus konnte ich halt abends nicht gemütlich meine Zigarre rauchen.) Aber da es trocken war (selbst nach dem Gewitter am zweiten Abend), hat man sich dann auch einfach mal in den Schatten des Handelkontors gelegt. Und ich muss gestehen, dass ich nicht oft im Pulvergraben verweilte. Entweder war ich auf Achse, habe das Badehaus besucht oder es hatte andere wichtige Gründe.

Einen extra Lob an dieser Stelle für die Kaffeehausbetreiber. Ich habe zwar nicht viel vom Moustache Noir mitbekommen, aber ihr hattet sicher einiges an Arbeit und allein dafür gebührt euch Dank! Und für die Waffel!! Sehr lecker.

Ein persönliches Hightlight waren für mich die Drillübungen. Ich bin ja der Meinung, solange eine Handvoll Leute Lust zu so was hat, sollte man es einfach machen.
Die erste Übung bestand aus Marschieren, Kontermarschieren, Schwenken und Marschieren. Dann musste leider der Hauptmann zum Hauptmannstreffen, sonst hätten wir wohl noch Schießübungen gemacht. Die Zweite war zusammen mit dem Norrelag. Die Nordmänner haben eine Schildreihe gebildet, hinter der die Musketiere sich aufstellen konnten. (Nach der Übung ging es dann auch gleich zum Angriff auf das Lager der Krone, um das Eingeübte in der Praxis auszuprobieren.)
Die Dritte war spontan nach dem Angriff; mit zehn Mann und dem Einüben einer Igelformation. Auch wenn es am Ende immer noch haperte, hat es Spaß gemacht.

Ui, und eine morgendliche Fechtstunde beim Herrn von Hecht gab es auch.

Ein anderes Highlight war der Trommler des Pulvergrabens. Wenn man einmal mit Trommel marschiert ist, will man nie wieder ohne.

Sehr schön war auch die Hochzeit am letzten Abend. Da will man glatt selber mal wieder heiraten (aber nicht mit Honorata; da muss sie schon bewusstlos geschlagen werden dafür).

Honorata wurde übrigens befördert. Sie ist jetzt Honoratia. Leider gab es dadurch keine Solderhöhung.

Schlachten & Endschlacht

Ich konnte in den Schlachten, die ich vor der Endschlacht hatte, irgendwie keinen einzigen Hieb setzen. Dafür wurde ich beim glorreich fehlgeschlagenem Verteidigen des Antikenlagers dreimal an der gleichen Wunde verarztet, was auch lustig war. Erst wurde die Wunde abgedrückt, dann die Pfeilspitze rausgenommen und zum Schluss wurde ich sogar vernäht, jedes Mal von einem anderen Heiler. Und zwischendurch wurde ich vom Bogenschützen nieder geschlagen und ausgeraubt. Auch nett 🙂

Bei der Endschlacht wurden wir wieder von einer Gruppe der Orks angeheuert. Sie hatten halt das beste Angebot. Wir standen dann hinter den Spießern, aber was in der Übung vor dem Beginn der Enschlacht noch gut klappte, hat dann natürlich beim ersten Feindkontakt total versagt. Was solls, meine Lunte war eh schnell irgendwie aus, so dass ich nur noch mit Rapier weiter kämpfen konnte.
Bei der ersten Runde kam dann auch ein Kerl in glänzender Rüstung auf mich zu und brüllte „Ergib dich, ergib dich!“. Ich hab mich dann kurz ergeben und dann fiel mir ein, dass mir das eigentlich scheiß egal ist und hab mich wieder in die Schlacht geworfen und versucht einem aus dem Pulvergraben zu helfen und wurde dann von drei Leuten niedergeschlagen. War nicht so heroisch wie der erste Tod im letzten Jahr, aber auch in Ordnung.
Bei einem Freundschaftsduell ziemlich am Ende habe ich dann mal wieder gemerkt, wie geil Schwertkampf ist. Ich muss dringend wieder mit Kendo anfangen.

Neu-Ostringen & die anderen Lager

Von den anderen Lagern habe ich dieses Jahr so gut wie nichts mitbekommen. Eigentlich war ich nur im Lager der Krone und im Antikenlager, beides Mal als eine Schlacht geschlagen wurde. Da bleibt dann auch nicht viel Zeit zum flanieren. Dafür waren wir dieses Mal häufig im Wald, jedenfalls am Donnerstag.
Es gab dieses Jahr nämlich ein schönes Resourcenspiel, mit Metalladern und Ausgrabungen und der Pulvergraben tauchte immer mehr in den Goldrausch ein! Ui! Und dauernd die Befürchtung, dass uns jemand unser mühsam erarbeitetes Schwefel oder Zinn rauben will.

Der Marktplatz der Stadt hat dieses Jahr eine schöne Bühne bekommen (Ich kann mich jedenfalls nicht dran erinnern, dass die schon letztes Jahr da war.) und das Badehaus lag mitten am Marktplatz, so dass man immer schön mitbekommen hat, was da so vorging.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich öfter mal am Badehaus war? Eigentlich kein Wunder, wenn ich mit Helena da hin und wieder selber arbeite. Und am Samstagabend habe ich eine wunderbare Massage (zwischenzeitlich mit sechs Händen) bekommen, die mich danach über eine Stunde lang ins Massagekoma katapultiert hat.

Was auch ganz lustig war, war der Schönheitswettbewerb am Samstagabend. Ich bin geneigt nächstes Jahr da mitzumachen, aber noch nicht ganz überzeugt, ob ich mich das auch wirklich traue.

Mein Epic

Für mich war es ein wunderbares Epic. Ich hatte immer was zu tun, irgendwie. Ständig traf ich Leute, die irgendwo hingehen wollten, wo ich dann mitgegangen bin, oder der Hauptmann schickte uns in die Schlacht, oder ich musste das Badehaus besuchen, oder es gab Waffeln, oder es war irgendwas anderes. Es gab einfach keinen Leerlauf. Abends war ich dann zwar regelmäßig ziemlich fertig, aber das ist besser als Langeweile.
Meine Muskete hat sogar ein, zweimal geschossen, yeah! Für nächstes Jahr ist dann auch endlich mal eine eigene geplant. Und ich habe bei der Dorothee ein paar Knoten gelernt.

Ich muss sagen, dieses Jahr war einfach fesch!

Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr mich etwas mehr im Graben engagieren kann. Dieses Jahr hatte ich die Wochen oder Monate vorher einfach keinen Kopf dafür. Vielleicht werde ich mich freiwillig um die Lampen kümmern. Immerhin fand ich es zu dunkel. Nagelt mich da in zehn Monaten einfach drauf fest.

Ich habe jetzt sicherlich einiges vergessen, aber das war so mal das Wichtigste. Ich freue mich auf nächstes Jahr!!!

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Honorata 1.0

Drei Tage vor dem Epic hatte ich, wenn ich mich richtig erinnere, alles fertig, was ich fertig haben wollte. Umhang war genäht, drittes Hemd war gemoddet, Stickereien waren fertig und der Hut war auch rechtzeitig da. Honorata 1.0 konnte die Larpbühne betreten und das tat sie dann auch:

EE14_Honorata_3

Hemd und Jacke hatte ich ja ausführlich vorgestellt (siehe Schublade: Musketiera).

Mit ein bisschen Geschwafel kommen jetzt die Detailfotos zum Umhang und Hemd Nr. 3. (Hemd Nr. 2 ist im Gegensatz zu den anderen gräulich blau, ansonsten nicht ganz so spektakulär.)

Der Umhang:

Ist im Endeffekt ein Dreiviertelkreis mit Kragen. Allerdings hat es ein bisschen gedauert, bis ich ein Kragenschnittmuster gefunden habe, das mir gefiel. Einfach an einen Dreiviertelkreis ein längeres Stück Stoff anzunähen, brachte nämlich nicht den gewünschten Effekt. (Und eigentlich wollte ich den Alatriste-Umhang nachnähen, aber ich habe nicht herausgefunden, wie der geschnitten ist. Trotz intensiver Bildanalyse. Wer da was weiß, darf sich gern bei mir melden.)
Der Umhang ist aus einem dunkelgrauen Wollstoff, mit einem festen, anthrazitfarbenem Leinenstoff gefüttert und ziemlich schwer. Fast zu schwer. Damit ich nicht ganz soviel Last auf den Schultern habe, habe ich ihn noch zehn Zentimeter gekürzt. Nach dem Kürzen war er dann, nach meinem Geschmack, leicht zu kurz. Ach, ich kann es mir auch nicht recht machen. Aber das Epic hat gezeigt, das ist total in Ordnung so. So schleift der Umhang auch nicht durch hohes Gras und, wenn ich ihn nur über eine Schulter trage, nicht auf dem Boden. Passt.
Schwer ist er immer noch, aber nicht zu schwer.

Eine Sorge waren noch die Bändel zum schließen. Wegen dem Gewicht mussten die gut und reißfest angebracht werden. Als Bändel habe ich dicke Lederschnüre genommen, an einem Ende eine Schlinge gemacht und diese Schlinge mit gaaaanz vielen Stichen per Hand an Oberstoff und Futter genäht. Als Verkleidung kam ein Stück roten Leders drüber, den ich mit dem bewährten Knopflochstich angenäht habe.

Und was soll ich sagen, das hält super!


Links im Bild sieht man noch vielleicht, dass ich das Lederband geflochten habe. Das habe ich zum Teil wegen der Optik gemacht und zum Teil, damit das kurze Ende der Schlinge nicht blöd rumhängt.

Am Rand des Umhangs, auf der Seite des Futters gab es noch eine Blende aus dem Oberstoff. Fand ich besser so. Und das Futter ist am Saum auch nicht mit dem Oberstoff vernäht. Durch die Schwere der Stoffe macht das eh keinen Unterschied und ich erspare mir das blöde Anpassen der Länge. (Und dann beult es doch wieder aus. Ne, ne, ohne mich.)

 

Hemd Nr. 3

Beim Hemd Nr. 3 konnte ich es mal wieder nicht lassen habe es bestickt. Diesmal mit Schwarzstickerei in rot, an Kragen und Ärmeln. Das hat zwar etwas länger gedauert, als ich gedacht hatte, aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt. Auch dieses Hemd ist vollständig per Hand genäht. Als Schnittmuster habe ich das bewährte vom ersten Hemd genommen und es nochmal leicht abgeändert.

Neben den roten Zierstichen habe ich auch versucht Ton in Ton zu verzieren und generell die Nähte schön zu vernähen. Der Knopflochstich an der Halsöffnung z.B. Und die einzelnen Stoffstücke habe ich wieder mit einem Stäbchenstich gearbeitet.

An die Ärmel kamen diesmal Knöpfe mit einem Schlingenverschluß. Und als Gimmick ein gestopftes Einschußloch. Vom Vorbesitzer.

 

Was fehlt:

Die richtigen Stiefel. Da habe ich aber bisher noch kein Modell gefunden, das mir wirklich gefällt. Und selbstgestrickte Socken. Im Moment habe ich Trachtenstrümpfe aus Polytierchen, aber die sind nur eine Übergangslösung. Da ich selber auch stricke, stand von vornherein fest, dass ich die Socken selber mache.

Eine Muskete, die zuverlässiger ist. 😉 (An dieser Stelle ein großes Danke an Kelmon, der die Muskete gebaut und mir geliehen hat, samt Bandolier. Ohne ihn hätte ich Honorata nicht spielen können!)

Evtl. ein Lederwams, für Schlachten.

Schminke auf die meine Haut nicht reagiert. Es war zwar nicht schlimm, nur nervig, aber es muss ja nicht sein. Andererseits sind es nur drei, vier Tage im Jahr. Das kann man aushalten.

Vielen Dank an Michael Burandt und Nummi, die so tolle Fotos von mir gemacht haben.
Endlich einmal bin ich auch fotografiert worden. Yeah!

Das erste Epic – Ein Review

Monatelang hatte ich mich darauf gefreut, dann war es soweit und jetzt ist schon wieder alles vorbei. Das Epic Empires 2014. Es war schön, etwas anders als erwartet und gar nicht mal so anstrengend wie gedacht.

(Ich werde hier nicht alles erklären, wie und warum etwas so und so im Larp abläuft, wie es abläuft, das würde diese Review ziemlich sprengen. Wer gar keine Ahnung von Larp hat, der schaue sich bitte diese Seite an, da habe ich u.a. versucht ein bißchen darzustellen, was Larp sein kann. Und ich werde jetzt auch nicht das Epic Empires erklären. Teilweise weiß ich selbst nicht viel über die einzelnen Lager.)

Vom Epic Empires wußte ich vorher eigentlich nur, dass es ein Schlachtencon mit ca. 1200 Spielern und als das Larp für Erwachsene bekannt ist. Sprich, bei den Kämpfen kann es schon etwas heftiger zugehen. Vom Epic-Plot hatte ich auch schon etwas mitgekriegt, aber allein das hätte mich nicht zum Epic gebracht. (Und jetzt immer noch nicht, etwas schwammig das ganze, oder zu sehr im Geheimen gehalten.) Vom Pilgerlager wusste ich ein bißchen. Und ansonsten vielleicht noch, was es für andere Lager gab. Und klar, das Utopiongelände kannte ich.
Was mich eigentlich zum Epic gebracht hat, waren wohl die vielen positiven Berichte von meinen Larpfreunden übers Epic. Und, nachdem ich mich mit dem Gedanken angefreundet hatte noch einen Charakter zu basteln, die Aussicht einen neuen Charakter im coolen, oh, verzeiht, ich meine natürlich feschen Musketier-Stil zu spielen, der gleichzeitig mein erster Kämpfercharakter ist.
Mit diesen Dingen im Kopf ging es also ins Land der Lesath.

Dieser ganze OT-Kram vor dem Con:
Mit Anmeldung und Ticket hatte ich absolut keine Probleme. Die Pulvergraben-Orga war immer super nett, soweit ich mit ihnen zu tun hatte. Vorab kam noch per Mail die letzten Infos, auch für die Leute, die nicht aktiv im Larper.Ning sind. Super.
Beim Ticket könnte sich die EE-Orga für die Zukunft überlegen, ob es wirklich Not tut, die ausdrucken zu müssen. Einen Strichcode kann ich auch von einem Smartphone abscannen. Ich persönlich finde das besser, wenn man da dem Spieler die Möglichkeit dafür gibt. Na ja, vielleicht bin ich da auch zu verwöhnt vom 30C3.
Check-In ging super schnell und es lagen Informationszettel zum Mitnehmen aus. Gut.

Wetter:
Es gab Wetter, ja, aber damit muss man rechnen. Es war teilweise etwas nass und an entsprechenden Stellen schlammig. Aber mittlerweile habe ich genug Erfahrung um die passende Ausrüstung dafür zu haben. Mich hat der Regen absolut nicht gestört. Ich hatte meinen wundervollen Hut und meinen Umhang. Außerdem gute Beziehungen zum Badehaus und von Tag zu Tag wurde es auch besser. Lieber so, als andersherum.

Der Pulvergraben:
Was soll ich sagen, der Pulvergraben war sehr, sehr fesch! Und ich hoffe, dass ich ein bisschen dazu beitragen konnte.

Der Pulvergraben ist das Musketier/Kosaken/Barock-Stadtviertel von Neu-Ostringen, der Stadt auf dem Epic Empires, und damit zeitlich gesehen das neuzeitlichste. (Okay, einige Teile der Stadt waren noch etwas neuzeitlicher) Als Teil des Pulvergrabens habe ich das als kein Problem empfunden. Für mich persönlich sind da Römer weiter weg vom Fäntelalter.
Apropos Römer. Die hatten wir einmal im Lager zu einer privaten Gladiatorenvorstellung. Zeitlich gesehen war das der größte historische Zeitunterschied, den man sich auf dem Epic vorstellen kann, aber man hat es überhaupt nicht gemerkt! Es war eine sehr schöne Aktion und das es da einen historischen Unterschied von ca. 1600 Jahren gab, war absolut kein Thema.

Als Neuling wurde ich sehr gut im Pulvergraben aufgenommen. Danke dafür an all die anderen Pulvergrabenleute. Ich hab bei sowas immer ein bißchen Sorge. Neuer Charakter, neues Lager, neues Con. Teilweise habe ich mich wie ein Larpneuling gefühlt, weil ich halt zum ersten Mal einen Kämpfer gespielt habe und dann auch mal die ein oder andere Neulingsfrage gestellt habe. Aber das war nie ein Problem.

Etwas mehr Militärflair, z.B. mit morgendlichem Appell, hätte mir gefallen. Von den angekündigten 2-3 Drillübungen fand nur eine statt soweit ich weiß. Das kann man ausbauen. Immerhin ist es ein Militärlager. Klar, man kann nicht davon ausgehen, dass immer alle mitmachen, und schon gar nicht, dass man durch ein, zweimal eine geordnete Einheit bekommt. Aber darum geht es ja nicht. Es geht ja um das Spiel an sich (und in meinem Fall, dass man die Befehle auch mal gehört hat).

Essen:
Ja, das Essen verdient einen eigenen Punkt.
Ich hatte mich zuvor beim Hein, der für einige im Lager gekocht hat, zum Essen angemeldet. Und das war die beste Idee, die ich bezüglich des EE hatte.
Allgemein finde ich es sehr angenehm, wenn ich mich nicht ums Essen kümmern muss auf Larp. Ich will auf Larp einfach andere Dinge machen als Gedanken ums Essen. Deshalb war es mir auch egal, was gekocht wurde, hauptsache ich hatte Essen. Aber was für eins!
Sehr, sehr lecker!!!
Ein großes Dankeschön geht dafür an Hein, der nächstes Jahr hoffentlich auch wieder im Pulvergraben ist.

Schlachten:
Ich habe zwei Schlachten plus die Endschlacht mitgemacht. Ich habe mich dabei eher im Hintergrund gehalten und bin nicht vorne weg mit voran gerannt. (Bin halt doch eher klein und schmächtig, da wollte ich erstmal schauen, wie das so alles abläuft.)

Meine erste Schlacht wurde vom Obristen als kleine Morgenübung angekündigt und dann war es ein gemeinsamer Feldzug mit den Pilgern auf das Norrelag. Yeah…
Vom Norrelag hatte ich vorher nur gehört, dass die doch etwas rauer kämpfen. Dementsprechend habe ich mich da zurückgehalten und so wirklich gekämpft habe ich nicht. Dafür die schöne Fluchtburg bewundert.

Bei der zweiten Schlacht ging es gegen das Chaos. Wir waren nicht viele und hatten alle schon den sicheren Tod vor Augen, aber wir mussten es immerhin versuchen. Und siehe da, da schlossen sich uns dann doch noch ein Trupp Pilger an und als wir schon vor den Toren des Chaos standen, kam auch noch der Grüne Komet. Da es nicht all zu viele Chaoten gab, war dann plötzlich deren Lager sehr schnell eingenommen. Und schon waren wir am plünd- äh am suchen nach Hinweisen auf die Goldene Stadt.
Ich war etwas überrascht, dass wir alles mitnehmen konnten, was wir wollten. Bei anderen Cons ist es ja eher so, dass man nur Geld und von der Orga gekennzeichnete Dinge mitnehmen darf. Aber hier nicht. OT wurde kurz gezeigt, was wir alles gefunden haben und dann durften wir es mitnehmen. Super!
Natürlich funktioniert sowas nur über Vertrauen und/oder der Einstellung, dass am Ende vielleicht doch nicht alles wieder zurück kommt. Damit könnte ich Leben. Weil es das Spielgeschehen einfach viel, viel besser macht.

Endschlacht:
Vor der Endschlacht hatte ich Respekt. Aber im Endeffekt hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Mal davon abgesehen, dass meine Muskete nicht funktioniert hat.
Die Endschlacht war wirklich ein Highlight für sich. Nach drei Tagen Spiel vom Pulvergraben mit den Orks (was ich persönlich fast nur am Rande mitbekommen habe) war es nur konsequent, dass die Orks uns zur Endschlacht angeheuert hatten. Mit den Musketen hinter deren Schildreihe zu stehen, war schon ein fesches Gefühl (Da ärgert es mich noch mehr, dass meine Muskete nicht funktioniert hat.)
Und mein erster Tode (beim Epic kann man bei der Endschlacht nach einer gewissen Zeit bzw. nach Signal respawnen und weiter kämpfen, wenn man will) war so schön, dass ich jetzt Blut geleckt habe.

Neu-Ostringen und die anderen Lager:
Die meiste Zeit war ich natürlich im Pulvergraben und in der Stadt. (Hey, immerhin war das Badehaus da, bei dem ich ja auch manchmal mitmache, da musste ich natürlich täglich hin, mehrmals.) Die Stadt war eigentlich immer ziemlich ruhig, hatte ich den Eindruck. Von der Messergasse habe ich nur beim Blutball wirklich was mitbekommen. Die Angebote waren schon zahlreich, aber es war eben auch ruhig.
Die einzelnen Wege waren sehr schön ausgeschildert. Ansonsten waren es halt alles Zelte. Im Vergleich zum Drachenfest, wo viele der Gebäude wirklich Gebäuden nachempfunden werden (mit Steinoptik, „Ziegeldächern“ und Holzhäusern), waren es halt hier „nur“ Zelte.  Für mich hat dadurch ein bisschen dieses Beständige gefehlt. (Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.)

Das Pilgerlager hatte eine sehr schöne halbfertige Toranlage mit wahnsinns vielen Pavesen, die allesamt fantastisch aussahen. Respekt! Und natürlich hatten sie die beste Gockel-Bar von Welt.

Das Norrelag war sehr stimmig. Habe mich beim Angriff leider nicht allzusehr umschauen können, aber es hat einen sehr feschen und stimmigen Eindruck hinterlassen.

Beim Antikenlager bin ich zwiegespalten. Es liefen einige sehr schöne Gewandungen rum und die Arena ist wirklich einen Besuch wert. Andererseits hat es mich nicht gepackt. Könnte auch an unseren eher erfolglosen Handelversuchen sein.

Das Chaoslager war schön merkwürdig und eklig. Da hat man sich echt gefragt, was für Wahnsinnige freiwillig so lagern.

Das nächtliche Elbenlager ist wahnsinnig stimmungsvoll. Ich habe mich wie der menschliche Trampel gefühlt, der ich wohl auch war. Und das Lager ist so verwirrend, dass selbst ich die Orientierung verloren habe. Sehr schön.

Die anderen Lager habe ich entweder nicht besucht oder nur von außen kurz reingeschaut.

Das Epic an sich:
Ich bin von meinem ersten Epic Empires nicht so sehr geflasht, wie ich es nach meinem ersten Drachenfest war. Allerdings hat das Epic einiges, was ich im Vergleich zum Drachenfest fast schöner finde (Da ich bisher nur auf dem Drachenfest als weiteren Groß- und Schlachtencon war, kann ich es nur damit vergleichen).
Es hat weitaus weniger Slapstick und das mag ich sehr. Bei Slapstick hast du immer jemanden, der das doof findet. Da hilft dann manchmal auch ignorieren auch nicht. (Nicht falsch verstehen, ich mag Slapstick, aber manchmal ist es halt einfach nur doof.)
Da fielen dann die Fußballgesänge vor dem Blutballspiel wirklich sehr negativ auf. Mochte ich gar nicht. Allerdings war es dann schön, dass sich die Fans alle paar Minuten aufeinander gestürzt haben. Das war wieder schön.

Durch die geringere Spieleranzahl und den nicht allzu großen Toranlagen (wenn es Toranlagen gibt), kannst du immer Bewegung in der Schlacht haben, was blödes rumstehen verhindert. (Vielleicht habe ich da auch Glück gehabt mit meinen Schlachten.) Denn, so wie ich das sehe, ist es von den Lagern mit Tor auch erwünscht, dass das Tor überwunden wird, und man deshalb Schwachstellen mit einbaut, wenn es geht. Finde ich toll.

Das Gewandungsniveau ist sehr hoch. Da bin ich sehr beeindruckt von. Ich habe keinen wirklichen Ausreißer gesehen, außer ein Mädchen, das zumindest sehr viel Haut gezeigt hat.

Die SL war angenehm im Hintergrund. Und da ich sie nie gebraucht habe, war das sehr schön. Es war fast so, als gäbe es keine.

Sanitäranalgen:
Waren eigentlich ausreichend vorhanden, manchmal musste mal halt ein bisschen warten. Ich war hauptsächlich immer bei den Containern in der Stadt, die nicht viel Platz boten und teilweise kaputt waren. Das kann man noch verbessern, ansonsten war es okay.
Beim Duschen (ich war einmal früh morgens, einmal spät abends) war immer alles frei, wenn ich da war. Einmal war der Wasserdruck nicht besonders, einmal kam nicht wirklich warmes Wasser raus. Aber das hat mich jetzt nicht gestört. Ich musste nicht warten, das war das wichtigste.

Mein Epic:
Ich hatte mit mehr Stress gerechnet, mehr Schlachten, mehr Kampf. Ich habe zwar immer was tun können, aber ein bisschen mehr wäre schöner gewesen.
Nächstes Jahr will ich Honorata noch etwas anders spielen, bin noch nicht so zufrieden. (Aber ich bin generell nicht so zufrieden mit meinem Spiel, habe das Gefühl, dass ich das noch viel besser ausbauen könnte. Andererseits ist es ein Hobby. Na ja, mal schauen.) Außerdem passt das Handelsspiel nicht zu ihr, vorallem nicht so nebenher. Für nächstes Jahr muss ich mir eine andere nicht-kämpfische Nebenbeschäftigung ausdenken.
An Ausrüstung fehlt gar nicht mehr soviel: ordentliche Stiefel und ne ordentliche Muskete, alles andere ist optional.
Die Schminke hat mir leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich dachte ja, dass mir die Narbenseite (auf einer Seite hatte ich Narben geschminkt, auf der anderen Seite einen großen Blutschwamm) Probleme machen wird, weil ich den Collodiumentferner nicht so vertrage. Aber nein, es war die Blutschwammseite, die meine Haut direkt unter meinem Auge gereizt hat. (Aber nur unterm Auge). Jetzt muss ich mir überlegen, ob ich damit leben kann für drei Tage im Jahr oder den Blutschwamm tiefer schminke, mehr in Höhe des Mundes bzw. leicht darüber. Oder andere Schminke finden…

 

Alles in allem war es sehr fesch und ich freue mich auf das nächste Jahr!

Musketiera-WIP: Stand 0.1 & 0.3

Stand 0.1:

Ein Hemd allein reicht nicht. Es muss mindestens eine Hose her, damit man wenigstens vors Zelt gehen kann. Den Stoff hatte ich ja mit dem Hemdstoff zusammen bestellt. Der Schnitt war auch schon seit Monaten gefunden und eigentlich ziemlich einfach. Und schnell genäht. (Wenn man nicht die Nähte per Hand versäubert, so wie ich ^^)

Da ich mit dem Stoff etwas umsichtig umgehen musste, habe ich das Schnittmuster an der Hüfte geteilt. Eigentlich wollte ich diese Quernaht vermeiden, aber sagen wir einfach, es ist ein Feature der Hose 😉

Stand 0.3:

Das Hemd ist mittlerweile zum zweiten Mal fertig. Nachdem ich es entfärbt habe (es war mir einfach zu orange) und alle roten Fäden noch einmal neu gemacht habe. Die waren nämlich auch entfärbt und hatten einen wunderschönen satten Dunkelgelb Ton angenommen. Sprich, ich habe alle drei Kordeln ausgetauscht und die Hohlsaumstickerei noch einmal neu gemacht.
Was macht man nicht alles, wenn einem etwas nicht 100% gefällt.

Apropos nicht 100% gefallen. Die Hose war mir zu lang. Erst dachte ich, ach, ich lass das einfach so. Aber dann habe ich sie doch noch gekürzt. Um ganze 8cm sogar. Jetzt sitzt sie aber viel besser. Und Knöpfe hat sie mittlerweile auch bekommen.

Und als Gimmick trage ich schon mein Bandolier von Kelmon. Das ist noch nicht ganz fertig (und gealtert werden muss es auch noch), aber es macht schon was her. Oder?

Musketiera-WIP: Zusammen nähen & Finish

Dann ging es daran die Ärmel anzunähen. Wie hier hatte ich vor, das mit einem Stäbchenstich zu tun. Die Stäbchenstickerei ist eine Technik, mit der man Stoffbahnen aneinander fügt. Dabei bleibt zwischen den Stoffbahnen eine dekorative Lücke. Mit der Zeit wurden dafür einige Zierstiche entwickelt. Nach einigen Probeversuchen habe ich mich für einen Knoten-Stäbchenstich entschieden. Bei Knotenstichen muss man zwar immer aufpassen, dass die Stiche die gewünschte Länge beibehalten, aber wenn man einmal den Dreh gefunden hat, gibt dieser Stich auch die Sicherheit, dass die Stiche da bleiben, wo sie bleiben sollen. Es kann sich also nichts verschieben.

Die Dame von der verlinkten Seite hat an die Ränder der Stoffbahnen kleine Hilfsschlaufen eingenäht und erst zwischen diesen den Stäbchenstich gearbeitet. Sie wollte die Möglichkeit haben den Stich relativ einfach wieder zu entfernen, um die Stickereien auf dem Hemd gut bügeln zu können. Da ich nicht vorhabe mein Hemd zu bügeln, habe ich die Hilfsschlaufen weggelassen.

Ich mag ja Raffungen. (Ich glaube, das hatte ich schon mal erwähnt.) Das war auch ein Grund, weshalb ich mich gerade für dieses Schnittmuster entschieden habe. Schöne Raffungen, besonders zwischen Ärmel und Schulter.
Allerdings stand ich beim Annähen der Ärmel dann vor einem Problem. Wie mach ich die Raffungen mit dem Stäbchenstich? Der ist ja eigentlich dazu gedacht glatte Kanten aneinander zu nähen.
Trotzdem habe ich erstmal versucht eine Raffung reinzubringen. Klappte sogar. Gefiel nur nicht.
Also dann keine Raffungen an der Schulter.
Im Zuge dessen habe ich auch die Zwickel unter den Ärmeln weggelassen. Die sollen ja eigentlich nur das Ärmelloch vergrößern, aber das Ärmelloch war eh groß genug.

So, jetzt endlich Fotos. Vor dem Stäbchenstich kam aber erstmal die Versäuberung der Kanten. Bei den Schnittkanten habe ich den Stoff zweimal umgeschlagen. An den Webkanten nur einmal:

Und dann kam der Stäbchenstich:

Und einmal eine Detailaufnahme:

Der Stäbchenstich hält ziemlich gut. Bin selbst ein bisschen überrascht. Und er sieht wahnsinnig toll aus.

Damit ist das Hemd fertig genäht. Fertig genäht, wohl gemerkt. Der ursprüngliche Stoff hat einen gewissen Gelbstich (der in den Bildern nicht so zu sehen ist), der mir nicht gefallen hat. Also was macht man dann? Natürlich drüber färben. Das Hemd soll ja auch nicht wie neu aussehen.
Zum Färben habe ich mich für das gute alte Kaffeebad entschieden. (das war auch fast das einzige, was ich grad zum färben zuhause habe, neben Tee)

Nach einigen Stunden sah der Stoff dann so aus:

Das Hemd ist jetzt dunkler (was ich gut finde) und hat jetzt einen starken Orangestich. Die Farbe an sich gefällt mir, aber eigentlich nicht für dieses Hemd. Ich werd noch mal schauen, ob ich das nicht noch mal ändern kann. Am liebsten hätte ich, dass das Hemd einen vergrauten Eindruck macht. Im Moment sieht es mir immer noch zu neu aus.
Wenn da jemand Tipps für mich hat, immer her damit.

So, und da ich selbst die fertige Klamotte gerne am Objekt sehe (auch, damit man einen besseren Eindruck davon bekommt, wie etwas sitzt), habe ich mir das Hemd für euch mal über gezogen:

Die Lichtverhältnisse in meiner Wohnung sind alles andere als ideal, deshalb ist das Bild teilweise etwas verfärbt.

Alles in allem gefällt mir der Schnitt sehr und die Arbeit bei den Ziernähten hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Wie man sieht, ist das Hemd wirklich sehr, sehr durchscheinend. Dafür muss ich mir noch was überlegen.
Generell war etwas in Richtung Mieder oder sogar Schnürbrust geplant. Ich trag gerne Mieder und Co., so ist das nicht, aber für diesen Charakter hätte ich eigentlich gerne eine Lösung, die nicht so eng ist. Vorschläge?