Ich habe NaNo 2012 nicht gewonnen

Aber verloren habe ich auch nicht.

Kann man NaNo eigentlich verlieren? Vielleicht, wenn man seiner Geschichte keine Chance gibt. Aber das habe ich 2007 gemacht und ich hab mich da auch nicht als Verlierer gefühlt. Ich hatte aber auch was besseres zu dem Zeitpunkt zu tun^^ (Wie? Was? Es gibt was besseres als zu schreiben? Sowas sagt eine Möchtegernschriftstellerin? Hmm, vielleicht ist besseres das falsche Wort, sagen wir wichtigeres.)
Mir fällt es echt schwer, einen echten Verliergrund für NaNo zu finden. Denn eigentlich kann man nur gewinnen. Ob es jetzt die 50 000 Wörter sind, die man geschrieben hat, oder eine fertige Geschichte. Oder doch die Erkenntnis, ja, man kann schreiben, ja, man kann mehr schreiben, als man gedacht hat, ja, manchmal kommt sogar was gutes dabei raus. Oder man lernt mehr übers Schreiben an sich, man lernt Leute kennen, die die gleiche Leidenschaft teilen. Leute, mit denen man über Dialoge, Strukturen, Charaktere, Blockaden, Beschreibungen, und und und diskutiert. Leute, denen man sein Leid klagen kann, um danach festzustellen, hey, das ist gar nicht so schlimm. Leuten, mit denen man seine Erfolge teilen kann.

Oder man schreibt die ersten 2/3 einer Geschichte, die es wert ist geschrieben zu werden.

Das ist mein Erfolg für NaNo2012.
(Nicht, dass ich nicht auch tolle Leute kennengelernt habe 😉 )

Am Anfang des Monats hätte ich nicht gedacht, dass ich die 50 000 Wörter nicht schaffe. Ich hatte zwar ab Woche zwei (Verdammt seist du Woche Zwei!!!) meine Probleme, aber die habe ich irgendwie dann doch gehandelt bekommen. Dass ich in der letzten Woche einfach nichts mehr geschrieben habe, lag an etwas, das ich für mich erstmal verarbeiten musste.
Aber trotzdem es mir nicht gut ging, habe ich doch immer versucht jeden Tag an meiner Geschichte zu arbeiten. Und wenn ich am Tag nur einen Satz hinzugefügt habe. Ich war im Kopf immer mal wieder bei meinen Charakteren und deren Situation. Das war mir wichtig. Und deshalb fühle ich mich auch nicht, als hätte ich NaNo verloren.

Den einen Schreibtipp, den ich immer wieder höre, ist täglich zu schreiben. Schreiben ist ein Handwerk und ein Handwerk muss man üben. Und wenn man ein Profi werden will, ist tägliches üben wohl angebracht.
NaNo ist ein guter Anreiz sich diese Eigenschaft zueigen zu machen. Auch wenn es einen manchmal ankotzt^^ (Hey, kein Schriftsteller kann mir weißmachen, dass er sich gerne täglich hinsetzt und schreibt. Er tut es, weil es sein Job ist. Aber jeder Mensch ist doch auch mal von seinem Job angenervt.) Das Wichtigste ist doch, auch wenn man keine Lust hat, sich hinzusetzen und zu schreiben. Manchmal kommen bei diesen Gelegenheiten die besten Sätze heraus.
Ich will das die nächste Zeit versuchen.

(Außerdem will die Geschichte noch zu Ende geschrieben werden^^)

Ich habe jetzt 43k Wörter. Viele Füllwörter sind dabei, aber auch vieles gutes. Und das Ende fehlt noch. Das tolle Ende, dessen ganze Existenz die Idee zu der Geschichte gab. Ich kann das einfach nicht nicht schreiben.
Ich werde mich jetzt nicht hetzen, aber wenn ich bis zum Ende des Jahres fertig wäre, fände ich das super. Und dann werde ich mich auch als Gewinner fühlen (und nicht nur als Nicht-Verlierer). Denn dann habe ich etwas zu ende gebracht, das mir sehr viel bedeutet. Zumindest den Ersten Entwurf dazu.

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Meine bisherigen Lieblingssätze aus meinem 2012 Nanoroman (und offizieller unkreativster Beitragstitel, mit Abstand)

In chronologischer Folge, wie sie geschrieben worden sind. Glaub ich jedenfalls.

Vorsicht, könnte Spoiler enthalten!

  • Fili gähnte. Ihr war sterbenslangweilig.
  • In einem Wald am Rande der Welt wartete das Schicksal darauf entdeckt zu werden.
  • Sonnental brannte.
  • Hinter der Theke putzte ein braunbärtiger Mann mit Glatze einen Krug.
  • „Du weißt schon, diese Sache mit der Prophezeiung und so.“
  • Militärisch war es eine Katastrophe.
  • „Dafür bin ich ja da“, erwiderte Tom fröhlich.
  • „Oh, eine Fee“, machte die Knollennase.
  • Sie betrachtet die Weiße Braut im Spiegel und konnte sich nicht wieder erkennen.
  • „Allerdings wurden die dann schizophren.“
  • „Tom, wer?“ „Es ist lange her.“ „Ein Held?“ „Der Held ist tot.“ „Ein Narr ist er.“
  • Er hatte doch noch eine Welt zu retten.
  • „Ein Zwerg, ein Spitzohr, eine Prinzessin und ein Möchtegernheld.“
  • Tom hatte keine Lust sich mit Nebenfiguren zu beschäftigen.
  • „Ich habe gelogen“, entgegnete Fili leichtfertig. „Oder hätte ich zugeben können, dass sich der Held verlaufen hat?“
  • Ein ganze Weile, in der sie die Antwort aufschob, um ihn weiter betrachten zu können.
  • „Hallo“, sagte er und ein Schauer rann über ihren Rücken.
  • „Von dir lass ich mich gerne jagen.“
  • Sie hatte ihr Herz doch schon längst an ihn verloren.
  • Ihre Wangen glühten bei der Vorstellung, noch immer, und nicht nur, weil sie sich auf die Sterne freute.
  • War sie das wirklich? Oder vielleicht doch nur ihre Zofe mit zuviel Puder?
  • „Mir ist egal, wer du bist.“

Schreibblockade

Ich schreibe gerade ein Buch.

Jetzt fragt bitte nicht warum, darum geht es hier gerade gar nicht. Ich schreibe halt. Und fragt auch nicht, worum es geht, das muss ich selbst noch herausfinden. Ich habe eine Ahnung, worum es geht, aber das könnte sich noch ändern. Bzw. ich weiß sehr gut, um was es geht, aber das ist der große Plottwist, den ich nicht spoilern will.

Das Problem ist, ich bin gestern in eine ziemlich große, wenn nicht zu sagen riesige (!) Schreibblockade geraten.
Es kommt vor, dass ich für jedes Wort kämpfen muss. Dass ich auch mal einen Absatz lösche, weil ich merke, dass ich damit in eine Richtung steuere, die ich nicht mag. (Nicht zu verwechseln von den Richtungswechseln, die zwar unvorhergesehen, aber eh viel besser für meinen Plot waren.)  Am Ende des Tages habe ich mein persönliches Wortsoll erreicht und ein kleines Stück der Geschichte ist weiter offenbart.

Aber gestern, da ging gar nichts. Außer Müll, aber der war auch so wenig, das er nicht zählt.
Ich saß vor meinem Laptop, starrte (Starren ist übrigens ein Wort, das ich oft und gerne benutze. Es drückt so schön alles aus.) auf den weißen Bildschirm vor mir und mir kam kein einziges brauchbares Wort. Und ich frage mich, woran das lag.

An meinem Plot, den ich einen Tag vorher etwas umgestellt und dabei gemerkt habe, dass ich noch eine Szene vor eine schon geschriebene Szene einfügen sollte? (Sollte ich das vielleicht lassen?)
An meinem Plot, bei dem ich als nächstes eine Szene geplant habe, ohne zu wissen, was da passieren soll? (Außer: Held trifft Rivalen, beide erkennen, dass sie sich nicht mögen, ganz viel Konflikt, bla.)
Liegt es daran, dass ich mittlerweile den groben Verlauf der Geschichte kenne und sie für mich deshalb langweilig geworden ist? (Aber ich kannte den groben Verlauf von meinem letzten Buch, das ich geschrieben habe auch, und ich habe die Geschichte fertig geschrieben.)
Vielleicht daran, dass ich ständig die Perspektive wechsle und mich dauernd in einen anderen Kopf versetzen muss. (Aber das ging doch die Tage vorher auch.)
Bin ich latent krank? Ich fühl mich latent krank. (Diesen Grund würde ich persönlich begrüßen, dann liegt es nämlich nicht an meinem Plot, hurray!)
Habe ich, wegen dieser Realität da draußen, einfach keinen Kopf mehr für eine blöde Fantasy-Geschichte? (Och nö, das wäre echt schade.)
Bin ich doch kein Schriftsteller? ( Ôô )

Warum, warum, warum kann ich die Geschichte nicht weiterschreiben, obwohl ich meine Charaktere so liebe und sie die Geschichte erleben lassen will? Tom soll seine [Spoiler] und Aellin soll [Spoiler] und Fili soll [Spoiler] und Günter soll einfach Günter sein dürfen (Günter ist mein sprechendes Schwert, ich liebe Günter) und Wendel soll, hmm, das weiß ich noch nicht genau. Eigentlich könnte ich Wendel auch rauslassen, aber ich mag Wendel. Außerdem hat er anscheinend Faust gelesen…
Und jetzt will ich mal eine Faust-Aufführung sehen.

Hmm, okay, einen Blogbeitrag kann ich also noch schreiben. Das ist gut. Daran sollte ich festhalten. Vielleicht sollte ich auch einfach meinen Kopf ausschalten, auch wenn ich dann nur unspannendes Zeug schreibe, ohne tolle Beschreibungen, nur, um wieder reinzukommen.

Ich will ja schreiben, ich will, dass diese Geschichte ein Ende bekommt. Die Geschichte verdient ein Ende.

Traumberuf: Schriftsteller

Ich schreibe gerne.
Geschichten, Szenen, Charaktere, Dialoge. Dinge, die mir wichtig sind. Dinge, die ich sagen will. Um mich auszudrücken, aber auch um des Schreiben willens. Ich liebe es, wenn ich einen Satz schreibe und feststelle, dass er perfekt ist. Dass ich genau die richtigen Worte gefunden habe, um zu sagen, was ich sagen will. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der eigentliche Inhalt des Satzes auf den ersten Blick zu erkennen ist oder nicht. Oft ist dieser perfekte Satz sehr interpretierbar. Oft kann dieser perfekte Satz auch nur entstehen, wenn ich vorher darauf hingeschrieben habe. Aber wenn er dann auf dem Papier steht, dann enthält er alles, was ich sagen wollte, direkt und indirekt. Die Essenz meiner Gedanken und Gefühle. Wegen solchen Sätzen schreibe ich gerne.
Das Problem ist, wenn man es als solches bezeichnen will, ich schreibe nicht oft.
Ich habe mal gelesen/gehört/erklärt bekommen, dass man jeden Tag schreiben sollte, wenn man Schriftsteller sein will. Nach dem Motto, üben macht den Meister. Ich schreibe nicht jeden Tag. Ich schreibe noch nicht einmal jede Woche.
Ein Grund ist der Zeitfaktor. Ich habe noch soviele andere Interessen (neben meiner Arbeit), dass ich nicht dazu komme. Das ist eine schwache Ausrede, oder? Oder nicht? Oder ist mein Wunsch Geschichten und Bücher zu verfassen einfach zu schwach, dass ich mich nicht dazu aufraffen kann jeden Tag zumindest ein paar Zeilen zu fabrizieren? Heißt das dann auch, dass ich nicht dazu tauge Schriftsteller zu sein, wenn ich nicht jederzeit schreiben will? Ist das das Totschlagkriterium?
Wenn ja, kann ich jetzt hier und heute meinen Wunsch jemals ein Buch zu veröffentlichen begraben. Aber ist das wirklich so einfach? Oder klammere ich mich an diesen Gedanken, dass es so einfach ist, damit ich nicht wirklich damit beginne Schriftsteller zu sein? Rede ich mich damit heraus, dass ich ja nicht mit Leib und Seele schreibe, sondern nur „gerne“ schreibe, damit ich mich nicht dieser ungeheuren Arbeit stellen muss? Denn Schreiben ist Arbeit. Viel Arbeit. Man setzt sich nicht einfach hin, schreibt los und heraus kommt ein Bestseller.
Und das wäre mein zweites Problem. Das Schreiben ansich.
Ich will großartiges schreiben, bewegendes, die Welt veränderndes. Und dann sitze ich vor diesem weißen Blatt/Monitor und alle Sätze, die mir einfallen, klingen entweder zu langweilig, zu gestelzt, zu hochtrabend, zu was-weiß-ich-auf-jeden-Fall-nicht-gut. Bewusst weiß ich, dass nicht jeder Satz ein perfekter Satz sein kann, und dass ich meine hohen Erwartungen an mich selbst und meine Schreibkunst nicht sofort umsetzen kann. Ich weiß sogar, dass ich das auch nicht muss, sondern hinterher ja alles noch einmal umschreiben kann, daran feilen kann, alles verbessern kann. Der erste Entwurf ist nicht der Bestseller, den man sich erwünscht. Der erste Entwurf ist einfach nur der erste Entwurf. Und trotzdem bekomme ich es noch nicht hin, diesen ersten Entwurf zu schreiben. Mein innerer Lektor ist (noch) zu stark.
Und manchmal, obwohl ich könnte, ist mir gar nicht nach schreiben. Oder es ist mir zu sehr nach schreiben, und ich kann das, was ich fühle, nicht in Worte fassen, weil es nicht in Worte zu fassen ist.

Das sind einige Gründe, weshalb ich mich selbst noch nicht als Schriftsteller sehe und bezeichne. Der Traum bleibt trotzdem. Ideen habe ich genug. Und ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe.

Fragmente

Lea hatte sich das Café ausgesucht, weil es nur halb voll besetzt und die Musik nicht allzu aufdringlich war. Außerdem stimmte das Ambiente. Es war gemütlich und nicht zu modern. Man saß auf Sesseln.
Lea war nicht allein. Tom begleitete sie. Tom hatte sie schon ihr ganzes Leben begleitet.
Sie rührte in ihrem Kaffee und wartete darauf, dass Tom ihr seine Meinung sagte.
Sie tat halt Dinge nicht, weil es das Richtige war. Sie tat Dinge, damit sie nicht dran verzweifelte. Manchmal tat sie andern deshalb weh. Aber es war ihr Leben.
„Du bist eine verlogene kleine Schlange“, sagte Tom.
„Bin ich das?“
„Das willst du doch hören, oder?“
Wollte sie das? Sie fühlte sich wie eine verlogene kleine Schlange, aber die Frage war, ob sie das auch wirklich war.
„Die Wahrheit zählt also nicht?“, fragte sie.
„Die Wahrheit zählt immer.“
„Auch wenn sie weh tut?“
„Gerade dann, gerade darum.“
Lea rührte in ihrem Kaffee.
„Du sprichst in Rätseln, Tom.“
Tom grinste. „Aber du doch auch.“
„Ich?“
Diese Aussage überraschte selbst sie. Tom musste doch eigentlich wissen, was sie meinte. Wenn Tom sie nicht verstand, wer sollte es sonst tun?
„Ja, du.“
Tom lehnte sich zurück, ein Arm lässig über die Rückenlehne seines Sessels gelegt.
„Du sprichst so hochtrabend von Wahrheit und Verletzen, dass du nicht merkst, wie du dich damit selbst fertig machst“, fuhr Tom fort. „Du sagst andern, dass sie erwachsen werden sollen, aber bist selber zu feige, um erwachsen zu sein. Das ist dein Problem, aber du verschleierst es hinter großen Worten und kryptischen Andeutungen.“
„Aber ich werde ihm das Herz brechen!“
„Jetzt wirst du langsam konkret. Und ja, das wirst du, so oder so.“
„Ich hasse dich.“
„Keine Sorge, das wird nicht lange anhalten. Morgen liebst du mich wieder.“
„Warum ist erwachsen sein so scheiße?“
Tom zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung, hat wohl mit irgendwelchen Synapsen zu tun.“
„Blöde Biologie.“
Lea trank einen Schluck. Inzwischen war der Kaffee kalt geworden.
„Er hat das nicht verdient“, sagte sie, als ihre Tasse leer war.
„Du aber auch nicht.“

– – –

Es war zu früh, oder zu spät. Je nach dem wie man es betrachten wollte. Es war auf jeden Fall die falsche Zeit.
Vielleicht war es auch der falsche Ort. Aber wo sie sonst sein sollte, wußte sie auch nicht. Hatte sie eigentlich noch nie gewußt. Bis auf diesen einen Moment, der schon längst vergangen war und damit Vergangenheit. Es lohnte nicht ihm hinterherzutrauern.
Sie war allein, abgesehen von Tom. Tom war immer bei ihr. Aber dann, ändern tat das auch nichts. Sie war allein. Meistens war das sogar in Ordnung. Jetzt eher nicht. Vielleicht lag es an der falschen Zeit.
Wo war die eigentlich geblieben, diese Zeit? Sie fühlte sich so alt. Dabei war sie eben noch so jung gewesen. Eben, als die Welt noch gerade gewesen war und nicht entrückt. Oder war sie die Entrückte? Und warum hörte Tom nicht auf sie zu ziehen? Warum durfte sie nicht stehen bleiben und im Schatten der Häuser verschwinden?
Einfach weg sein, sie war doch eh grad kein Teil dieser Welt. Ja, das wär schön. Und erst wiederkommen, wenn es nicht mehr zu früh war, oder zu spät.
Einmal richtig sein. Einmal nicht sich falsch fühlen.