Traumberuf: Schriftsteller

Ich schreibe gerne.
Geschichten, Szenen, Charaktere, Dialoge. Dinge, die mir wichtig sind. Dinge, die ich sagen will. Um mich auszudrücken, aber auch um des Schreiben willens. Ich liebe es, wenn ich einen Satz schreibe und feststelle, dass er perfekt ist. Dass ich genau die richtigen Worte gefunden habe, um zu sagen, was ich sagen will. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der eigentliche Inhalt des Satzes auf den ersten Blick zu erkennen ist oder nicht. Oft ist dieser perfekte Satz sehr interpretierbar. Oft kann dieser perfekte Satz auch nur entstehen, wenn ich vorher darauf hingeschrieben habe. Aber wenn er dann auf dem Papier steht, dann enthält er alles, was ich sagen wollte, direkt und indirekt. Die Essenz meiner Gedanken und Gefühle. Wegen solchen Sätzen schreibe ich gerne.
Das Problem ist, wenn man es als solches bezeichnen will, ich schreibe nicht oft.
Ich habe mal gelesen/gehört/erklärt bekommen, dass man jeden Tag schreiben sollte, wenn man Schriftsteller sein will. Nach dem Motto, üben macht den Meister. Ich schreibe nicht jeden Tag. Ich schreibe noch nicht einmal jede Woche.
Ein Grund ist der Zeitfaktor. Ich habe noch soviele andere Interessen (neben meiner Arbeit), dass ich nicht dazu komme. Das ist eine schwache Ausrede, oder? Oder nicht? Oder ist mein Wunsch Geschichten und Bücher zu verfassen einfach zu schwach, dass ich mich nicht dazu aufraffen kann jeden Tag zumindest ein paar Zeilen zu fabrizieren? Heißt das dann auch, dass ich nicht dazu tauge Schriftsteller zu sein, wenn ich nicht jederzeit schreiben will? Ist das das Totschlagkriterium?
Wenn ja, kann ich jetzt hier und heute meinen Wunsch jemals ein Buch zu veröffentlichen begraben. Aber ist das wirklich so einfach? Oder klammere ich mich an diesen Gedanken, dass es so einfach ist, damit ich nicht wirklich damit beginne Schriftsteller zu sein? Rede ich mich damit heraus, dass ich ja nicht mit Leib und Seele schreibe, sondern nur „gerne“ schreibe, damit ich mich nicht dieser ungeheuren Arbeit stellen muss? Denn Schreiben ist Arbeit. Viel Arbeit. Man setzt sich nicht einfach hin, schreibt los und heraus kommt ein Bestseller.
Und das wäre mein zweites Problem. Das Schreiben ansich.
Ich will großartiges schreiben, bewegendes, die Welt veränderndes. Und dann sitze ich vor diesem weißen Blatt/Monitor und alle Sätze, die mir einfallen, klingen entweder zu langweilig, zu gestelzt, zu hochtrabend, zu was-weiß-ich-auf-jeden-Fall-nicht-gut. Bewusst weiß ich, dass nicht jeder Satz ein perfekter Satz sein kann, und dass ich meine hohen Erwartungen an mich selbst und meine Schreibkunst nicht sofort umsetzen kann. Ich weiß sogar, dass ich das auch nicht muss, sondern hinterher ja alles noch einmal umschreiben kann, daran feilen kann, alles verbessern kann. Der erste Entwurf ist nicht der Bestseller, den man sich erwünscht. Der erste Entwurf ist einfach nur der erste Entwurf. Und trotzdem bekomme ich es noch nicht hin, diesen ersten Entwurf zu schreiben. Mein innerer Lektor ist (noch) zu stark.
Und manchmal, obwohl ich könnte, ist mir gar nicht nach schreiben. Oder es ist mir zu sehr nach schreiben, und ich kann das, was ich fühle, nicht in Worte fassen, weil es nicht in Worte zu fassen ist.

Das sind einige Gründe, weshalb ich mich selbst noch nicht als Schriftsteller sehe und bezeichne. Der Traum bleibt trotzdem. Ideen habe ich genug. Und ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe.

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Nur ein Traum

Von einem Moment auf den anderen war Helena wach. Sie wußte, dass das, was sie gerade erlebt hatte, nur ein Traum gewesen war. Und trotzdem hatte es etwas sehr Reales gehabt. Dieser Ruf, der sie an die Klippen geführt hatte, ließ sie nicht los. Schwach spürte sie ihn immer noch. Wie ein Prickeln unter ihrer Haut.
Es war noch früh und die Sonne noch nicht einmal aufgegangen. Es dämmerte gerade erst. Sogar die meisten Vögel schliefen noch. Sie hörte kaum ein Singen. Es war so still. So viel stiller als die brandende See mit ihren Wellen, die an den Klippen brachen. Selbst im wachen Zustand konnte sie es hören. Da, ein Scheppern und Poltern, als würden sich Steine durch die Kraft des Wassers lösen und hinunterstürzen. Und das Fluchen eines Geschöpfs des Meeres, dessen Stimme ihr merkwürdig bekannt vorkam und überhaupt nicht zu einem Meeresgetier passen wollte. Eher einer alten Frau, die auf der Suche nach bestimmten Ingredienzen mal wieder ihre halbe Küche auf den Kopf stellte.
Helena stand auf, schlüpfte in ihre Schuhe und zog sich etwas über- zu dieser Jahreszeit war es ungeheizt dann doch noch etwas kalt. Sie ging, ihre Arme um den Körper geschlungen, um sich ein wenig Wärme zu schenken, in die große Küche, die gleichzeitig als gemeinschaftlicher Arbeits- und Essraum und überhaupt zum gemütlichen Zusammensitzen diente. Mit ihrer Vermutung hatte Helena Recht gehabt. Ihre Großmutter war wirklich schon am werkeln. Wahrscheinlich braute sie mal wieder einen ganz besonderen Trank.
„Guten Morgen Nona“, sagte Helena und gähnte herzhaft. Obwohl sie nicht mehr schlafen konnte, war sie doch noch etwas müde.
„Morgen Liebes, habe ich dich aufgeweckt?“
„Nein, nein, keine Sorge. Ich bin von selbst aufgewacht.“
Helena nahm den Kessel von seinem Haken, füllte ihn mit Wasser und stellte ihn auf den Ofen, den ihre Großmutter schon angefeuert hatte. Von einem der zahlreichen Regale nahm sie sich anschließend den Behälter, auf dem groß KAFFEE stand, und begann einen Teil der Bohnen zu mahlen, während sie darauf wartete, dass das Wasser heiß wurde. Ohne Kaffee begann kein Tag bei ihr.
Ihre Großmutter schnitt derweil weiter verschiede Kräuter klein, wog sie ab und schnitt weiter.
„Nona?“, fragte Helena nach einer Weile.
„Ja, Liebes?“
„Glaubst du eigentlich an Schicksal?“
„Aber natürlich. Auch wenn man dem Schicksal manchmal etwas nachhelfen muss.“
„Du meinst wie bei dir und Bornulf?“
Ihre Großmutter ließ das Messer sinken, mit dem sie gerade eine Wurzel in Scheiben schnitt, und schaute auf. Sie lächelte, als wenn sie sich an etwas schönes erinnerte.
„Ich wußte sofort, dass Bornulf der Richtige ist.“
„Und die andern nicht?“
Ihre Großmutter schaute sie direkt an. Helena beneidete sie, die, die mit Anfang achtzig noch so jung aussah als wäre sie gerade erst fünfzig geworden. Die Liebe hielte sie jung, erzählte ihre Großmutter immer, und Kaffee. Den Kaffee hatte Helena von ihr übernommen. Nur die Liebe ließ noch auf sich warten. Der Richtige sollte es sein. Mehr Ansprüche hatte sie nicht. Aber ihn zu finden, war schwerer, als sie gedacht hatte. Auch ihre Großmutter konnte ihr da nicht viel helfen, obwohl sie mehr als genug Erfahrung darin hatte, den Richtigen zu finden. Immerhin hatte sie vor ein paar Wochen schon den Achten davon geheiratet. Sie würde es wissen, wenn sie ihn traf, sagte ihre Großmutter immer. Viel helfen tat dieser Rat nicht.
„Nicht immer wußte ich es, und nicht immer sofort. Manchmal hoffte ich es auch nur. Aber bei Bornulf wußte ich es. Und ich wußte, dass es Schicksal war, dass wir uns getroffen haben.“
„Und Bornulf?“
„Der glaubt nicht an Schicksal, aber gefallen tat ich ihm schon.“
Das Wasser auf dem Ofen fing an zu sprudeln. Helena nahm sich einen Topflappen, um damit den Kessel vom Herd zu nehmen und das heiße Wasser in die bereitgestellte Kanne zu gießen, über der schon ein Sieb mit dem gemahlenen Kaffee hing.
„Warum eigentlich diese ernsten Gedanken am frühen Morgen, Liebes? Schlecht geschlafen? Oder besonders gut? Du und Peter habt euch gestern ja ganz nett unterhalten.“ Ihre Großmutter zwinkerte ihr zu.
„Peter ist ein Freund, mehr nicht“, entgegnete Helena schroffer als sie wollte.
„Also ist Peter nicht der Grund, weshalb du vor Sonnenaufgang dein Bett verlassen hast?“
„Nein, ist er nicht.“
Helena goß sich einen Becher Kaffee ein, süßte ihn und gab einen großen Schluck Milch hinzu.
„Weißt du Liebes. Manchmal ruft einen das Schicksal, wenn man es gar nicht erwartet. Und dann steht man vor der Sonne auf.“
Helena verschluckte sich.
„Ich weiß ja, dass du einige Tricks auf Lager hast, Nona, aber ich wußte nicht, dass Gedankenlesen auch dazu gehört“, sagte sie dann als der ärgste Hustenanfall vorbei war.
„Och, das ist gar nicht so schwer. Man muss nur sehr gut beobachten können. Die Leute verraten viel, wennn sie nichts sagen. Du, zum Beispiel, spielst immer mit deinen Haaren, wenn du nervös bist.“
„Tu ich?“
„Oder wenn dir etwas wichtiges im Kopf herumgeht, so wie jetzt.“
Helena hielt abrupt darin inne eine Haarsträhne auf ihren Finger zu zwirbeln.
„Ich bin mir nicht sicher, ob es wichtig ist“, sagte sie dann.
„Aber dir geht etwas im Kopf herum?“
Helena setzte sich wieder an den Tisch und trank noch einen Schluck, bevor sie antwortete. „Ich habe von deiner Hochzeit geträumt. Seltsamerweise war sie allerdings im Sommer, statt im Herbst. Na ja, ich hab jedenfalls getanzt und alles drehte sich um mich. Und dann habe ich dich und Bornulf gesehen, aber du warst wieder jung und hattest rotleuchtende Haare. Glücklich sahst du aus. Aber dann waren alle weg. Nur du standest noch da, aber diesmal wieder alt und du meintest, es wäre Zeit. Und dann stehen wir plötzlich auf diesen Klippen und vor mir ist nur Wasser. Nichts als Wasser. Und… “ Helena stockte.
„Ich glaube, jemand hat mich gerufen“, fuhr sie nach einer Weile fort, „Ein Drache, ein blauer Drache. Ich solle zu ihm und für ihn und die Freiheit kämpfen. Meinst du, das war Lokaj? Aber hätte es dann nicht ein roter Drache sein müssen?“
Ihre Großmutter schaute Helena nachdenklich an. „Ob es nun Lokaj ist oder nicht. Ich glaube, das Schicksal hat für dich mehr vorgesehen als hier auf der Dorfer Höhe dein Leben zu verbringen.“
Helena brauchte eine Weile, um das von ihrer Großmutter gesagte vollständig zu begreifen. „Du meinst, ich soll weggehen?“
„Ich meine, du sollst dir die Welt anschauen, Liebes.“

Der weitere Werdegang der Elena Fredo

Nachdem ich jetzt Elena zum ersten Mal gespielt habe und mir ihr Konzept ziemlich gut gefällt bisher, ist es eigentlich kein Wunder, dass ich das ganze etwas ausbauen will. Zumal sie von Anfang an als SC-Charakter geplant war, der häufig gespielt werden sollte.

Was zum einen jetzt fehlt ist erstmal jede Menge an Ausrüstung. Mehr Bücher (auch welche, die man zur Not werfen kann^^), mehr verschiedenfarbige Siegellacke, mehr Gerätschaften, mehr Kisten und Truhen und Kleinzeug, Papiere und Dokumente, und vorallem ein Teleskop.

Das Teleskop ist schon fest eingeplant, ein einfaches ist auch gar nicht so teuer. Das muss natürlich noch ambientig gestaltet werden, aber mit Klebefolie und Farbe kann man da einiges machen.
Ich habe auf der Herbst-Turney das erste Mal durch ein Teleskop in den Sternenhimmel geschaut. Danach habe ich mich gefragt, warum ich das früher nicht gemacht habe. Mittlerweile gibt es ja hunderte und tausende von astronomischen Bildern: Sterne, Monde, Planeten, Galaxien, Nebel; man kennt ja eigentlich alles, man hat ja alles eigentlich schon gesehen. Warum sollte ich da noch mal durch ein Teleskop schauen.
Aber was ich da gesehen habe, war einfach nur beeindruckend. Ich wäre sprachlos gewesen, wenn ich ein Mensch wäre, der sprachlos von solchen besonderen Momenten ist. Man ist getroffen, irgendwo tief in Innerem, weil es eben kein Bild ist, kein Photo, keine „Kopie“, sondern die Realität. Man sieht mit eigenen Augen die Venus und ist sich plötzlich bewußt, dass dieser Planet, von dem man eigentlich vorher nur gehört hat, wirklich existiert!
Deshalb werde ich nicht nur für Elena, sondern auch für mich dieses Teleskop besorgen. Mal schauen, was ich noch so alles sehen werde.

Zurück zu Elena, hier mal meine Wunschliste für sie:

  • Teleskop
  • alte Sternkarten
  • mehr Tinten
  • mehr Siegellacke
  • gutes Papier in verschiedenen Größen
  • Papierbehälter
  • Behältnis für wichtige Dokumente
  • viele physikalische Abhandlungen über was auch immer
  • ein Kistchen für die Tinten
  • generell mehr Kistchen und Truhen (Zeug dafür findet sich schon)
  • ein Rechenseil
  • ein Wetterglas
  • einen Abakus
  • ein Backgammon Spiel
  • mehr Bücher
  • einen Globus
  • komische, physikalische Gerätschaften

Das werde ich wohl nicht im nächsten Jahr alles besorgen können, aber nach und nach kann ich mir die Dinge ja anschaffen.

Apropos Dinge anschaffen, ich will mir ja ein Zelt anschaffen. (Allerdings erst, wenn ich ein eigenes Auto habe, was noch etwas dauern kann, leider. Mama spielt ja kein Lotto.) Entschieden habe ich mich eigentlich auch schon, entweder wird es das Sahara 400 oder das Sahara 500. Historisch überhaupt nicht A, aber für mich ambientig genug. Und über die Innenausstattung mach ich mir auch schon Gedanken. Teppiche werden reinkommen, und entweder ein Schnürbett oder eine Luftmatraze. (Ich habe zwar ein Feldbett, aber drauf schlafen find ich total unbequem, viel zu kleine Liegefläche. Längerfristig muss da einfach was anderes her.) Um die Mittelstange kommt dann ein kleiner Tisch, und in einer Ecke vielleicht einen kleinen Arbeitsbereich. Also alles so, dass ich dann auch mal IT jemanden in mein Zelt einladen kann.
Und das ganze OT-Zeug versteck ich in einer großen schönen Holztruhe.

Das ist mein Traum, hoffentlich wird er in den nächsten ein, zwei Jahren Wirklichkeit.