The Sticksucht continues

Aus dem Mangel an Unterkleidern für Danielle (eins reicht einfach nicht) und der Existenz von 3m blauem Leinen, dessen ursprüngliche Verwendung durch äußere Umstände annulliert wurde, entstand der Gedanke, dass ich aus dem Leinen ein weiteres Unterkleid für die Baronstochter nähe. Gedacht, getan:

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Natürlich bekam auch dieses Unterkleid Stickereien. Diesmal waren sie Gott sei Dank nicht ganz so aufwendig. Und auch diesmal wird man sie wohl kaum sehen können, wenn ich was drüber trage. Aber ich weiß, dass es sie gibt. Das reicht.

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Vordere Mitte

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Kragenstickerei

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Ärmelstickerei

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Und dann habe ich das Unterkleid Probe getragen mit einem meiner Tageskleider drüber und es kamen Zweifel. Das Leinen ist dicker als beim ersten Unterkleid. Das heißt, dass es schwieriger ist die doch sehr körperbetonten Kleider darüber anzuziehen. Außerdem habe ich schon seit Ewigkeiten die Idee für eine Magdgewandung, bei der das Unterkleid blau ist und das Überkleid grau. Und eine Magd brauch ich demnächst auch.

Aber eine Magd mit einem blauen bestickten Unterkleid?

Als Magd für Danielle will ich meine Näherin Hilde nehmen, die ich bisher erst einmal bespielt habe. Einfach, weil ich nicht schon wieder einen neuen Charakter kreieren will. Ich bin einfach kein One-Shot-Charakter-Spieler.
Da Hilde eine Näherin ist, finde ich, dass sie schon ein besticktes Unterkleid haben kann. Das Überkleid wird dann so schlicht wie möglich. Ich hoffe, das wird reichen, damit man sie als Magd erkennt und ich trotzdem eine etwas ungewöhnliche Farkkombination wählen kann für sie.
Ich mag es alles ein bißchen anders zu machen. Obwohl, nein, das ist es gar nicht. Ich habe halt diesen die-Gewandung-muss-auch-im-Zweifelsfall-für-Living-Historie-reichen-Anspruch nichtt. Ich bin Larper, nicht jemand, der die Geschichte nachempfinden will. (Was jetzt nicht böse klingen soll, ich find das eigentlich ziemlich cool, wenn sich Leute Mühe geben das Mittelalter so darzustellen, wie es nach heutigen Erkenntnissen war.) Ich glaube, meine Ansprüche an mich selbst wären zu hoch, wenn ich Living History machen würde. (Als Beispiel: Ich würde alle (!) Nähte per Hand machen.) Und gleichzeitig kommt mir immer wieder die ein oder andere Idee für ein Kleidungsstück, die zwar historisch absolut nicht belegt ist, ich aber total toll finde. Und es ist mir wichtiger, dass ich mich wohl fühle und meine Kreativität ausleben kann, als mir selbst irgendwelche Schranken in den Kopf zu setzen. Also mache ich das, was mir gefällt.
Und eine Näherin mit einem blauen bestickten Unterkleid wird mir, glaub ich, sehr gefallen.

Einzig es bleibt der Unterkleidermangel von Danielle…

Und nun zu etwas fast völlig anderem: Ein Almosenbeutel. Die Stickerei war schon eine ganze Weile fertig, aber erst jetzt habe ich die Muße gefunden einen Beutel daraus zu machen:

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Da ich an Silvester meinen goldenen Beutel (habe ich den hier eigentlich mal gezeigt?) als Turnierpreis abgegeben habe, habe ich angefangen einen ähnlichen (gleiches Muster, aber andere Farben) zu sticken. Ich kann nicht anders, ich brauch das. Immerhin ist es eine Sucht.

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So, jetzt erstmal Pause

Eigentlich gut, dass ich nur einen Teil der Ärmel und den Kragen besticken will. Und gut, dass ich vorher nicht wusste, wie-verdammt-viel Arbeit das ist und wie-verdammt-viel Zeit dabei drauf geht.
Wenn man es sich anschaut, meint man das gar nicht so. Aber ich bin ja auch ein bißchen verrückt, wenn ich höchstens mit drei Fäden sticke und auch nicht davor zurück schrecke nur einen Faden zu benutzen. Das soll ja einer Baronstochter angemessen sein, und nicht dem Bauernmädel von nebenan.

Wovon ich hier quatsche? Danielles neuer Garderobe. Sie bekommt ein Unterkleid. Und das musste bestickt werden. Alles andere wäre unter ihrer (und meiner) Würde gewesen. Und ich rede hier nicht von einem Zierstich einmal um den Arm herum. Nein, das muss natürlich was ordentliches sein, das schon einiges an Fläche bedeckt.

Mittlerweile ist der Kragen fertig, und die Ärmel haben die ersten Zierbänder bekommen. Die Zwischenräume werden noch aufgefüllt, wie beim Kragen. Aber im Moment habe ich keine Lust da drauf.

 

Wenn ich das nächste Mal so etwas machen will, dann haltet mich davon ab.