Larp-Eilnachricht

Dora ist tot. Es lebe Helena. Den Uniformmantel werde ich trotzdem nähen.

Ich kann grad nicht schlafen, also kann ich auch was produktives machen. Mich der Welt mitteilen zum Beispiel. Das habe ich diesen Monat ja noch nicht so oft gemacht 😉
Um der Tradition zu folgen bleibe ich beim seit Tagen eingeschlagenen Thema: Larp.
(Vom Spiel mit dem Stock ist nämlich gerade nicht viel zu erzählen, außer, dass es immer noch anstrengend ist und unser Trainer eine sadistische Ader haben muss, auch wenn er es leugnet^^)

Es geht um Dora und Helena. Ich mag beide, aber mit Dora bin ich nie so richtig warm geworden. So, wie ich sie mir im Kopf vorstelle, habe ich sie bisher nicht richtig spielen können und ich bin mir unsicher, ob ich das in nächster Zeit (d.h. in den nächsten ein, zwei Jahren) ändern kann. Es fällt mir schwer mich selbst davon zu überzeugen, dass ich die mit allen Wassern gewaschene Streunerin bin. Klar, beim Larp tut man nur so, aber auch beim Larp sollte man so schauspielerisch begabt sein, dass die andern verstehen, was du darstellen willst. Vielfach ist mir das einfach nicht gelungen. Außerdem finde ich, dass mein Aussehen nicht zu der Dora in meinem Kopf passt.
Deshalb werde ich Dora in nächster Zeit nicht mehr bespielen. Ob sie irgendwann wieder kommt steht in den Sternen. An ihrer Statt wird Helena treten, die ich ja eigentlich nur als Schankmaid spielen wollte. Aber mit Helena fühl ich mich sehr wohl und wenn sie auch nicht soviel kann, sie hat einiges an Potenzial, das ich in Dora nicht sehe. Sie ist zum Beispiel viel neugieriger (Dora ist eigentlich nur um sich selbst bemüht, sie kennt es nicht anders.) und kann somit viel mehr an Plot mitmachen. Durch ihre Oma kann sie einiges an Geschichten erzählen. Sie wird das erste Mal die große weite Welt kennen lernen und kann dadurch vieles erkunden und entdecken, und wenn es total unangebracht ist (in Anwesenheit hoher Persönlichkeiten oder so) das Dorfmädchen raushängen lassen.
Ihr persönliches Ziel wird wohl sein, die große weite Welt zu erleben, den Richtigen zu finden und eine eigene Taverne zu eröffnen. So ziemlich in der Reihenfolge.

Warum Helena als Ersatz für Dora? Warum kein neuer Charakter? Vielleicht gleich eine waschechte Piratin?
Weil ein neuer Charakter wesentlich mehr Arbeit erfordern würde und Helena eigentlich in der Grundausstattung fertig ist. Außerdem hat sie einige Übereinstimmungen mit Dora bzw. kann ich einige Ideen, die ich für Dora hatte ganz einfach auf Helena übertragen.
Zum Teil kann ich Helena auch mit Klamotten und Zeug von Dora ausstatten. Aber ich werde wohl auch doch noch neue Sachen für Helena herstellen. Für Dora hatte ich mir für diesen Winter einen Uniformmantel auf die To-Sew-Liste geschrieben, aber die To-Sew-Liste ist in der Zwischenzeit schon wieder so lang geworden, dass ich nicht arg drum trauern werde, wenn ich den Mantel dann doch nicht schaffe. Vielleicht bekommt den Helena dann nach dem nächsten DF. Das DF ist nämlich fest eingeplant und da ich wieder im blauen Lager zu finden sein werde, wird Helena einiges sehen, was ihr auch gefallen könnte. Keine Ahnung, ob Helena Piratin wird. Geplant ist es nicht. Sie wird eher das, was Dora sein sollte (es aber nie sein konnte, weil ihre Grundeinstellung dazu nicht passte), nur mit einer anderen Persönlichkeit und einem nicht arg so gebeutelten Lebensgang.
Ihr Beruf ist Schankmaid, aber sie wird sich auch hin und wieder gern ein Kälble mit einem Botengang oder einer Nackenmassage verdienen, vielleicht verdingt sie sich auch mal als Nachtischköchin. Da habe ich noch einige Ideen in petto.

Ich denke, mit Helena werde ich noch mehr Spaß haben, weil ich sie einfach besser spielen kann und somit kein Frustgefühl aufkommt, wenn ich mal wieder merke, dass ich nicht so reagiere, wie mein Charakter eigentlich reagieren sollte. Ich werde das Konzept, Helena als SC zu spielen, auf der Wildenstein nächstes Jahr ausprobieren, sowie auf dem DF. Ich glaube, das Ergebnis wird positiv sein. Ich bin gespannt und freu mich drauf.

Als kleines Gimmick werde ich ihr vielleicht irgendwann mal einen tragbaren Mini-Schrein ihrer Göttin Promilla basteln.^^

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Der weitere Werdegang der Elena Fredo

Nachdem ich jetzt Elena zum ersten Mal gespielt habe und mir ihr Konzept ziemlich gut gefällt bisher, ist es eigentlich kein Wunder, dass ich das ganze etwas ausbauen will. Zumal sie von Anfang an als SC-Charakter geplant war, der häufig gespielt werden sollte.

Was zum einen jetzt fehlt ist erstmal jede Menge an Ausrüstung. Mehr Bücher (auch welche, die man zur Not werfen kann^^), mehr verschiedenfarbige Siegellacke, mehr Gerätschaften, mehr Kisten und Truhen und Kleinzeug, Papiere und Dokumente, und vorallem ein Teleskop.

Das Teleskop ist schon fest eingeplant, ein einfaches ist auch gar nicht so teuer. Das muss natürlich noch ambientig gestaltet werden, aber mit Klebefolie und Farbe kann man da einiges machen.
Ich habe auf der Herbst-Turney das erste Mal durch ein Teleskop in den Sternenhimmel geschaut. Danach habe ich mich gefragt, warum ich das früher nicht gemacht habe. Mittlerweile gibt es ja hunderte und tausende von astronomischen Bildern: Sterne, Monde, Planeten, Galaxien, Nebel; man kennt ja eigentlich alles, man hat ja alles eigentlich schon gesehen. Warum sollte ich da noch mal durch ein Teleskop schauen.
Aber was ich da gesehen habe, war einfach nur beeindruckend. Ich wäre sprachlos gewesen, wenn ich ein Mensch wäre, der sprachlos von solchen besonderen Momenten ist. Man ist getroffen, irgendwo tief in Innerem, weil es eben kein Bild ist, kein Photo, keine „Kopie“, sondern die Realität. Man sieht mit eigenen Augen die Venus und ist sich plötzlich bewußt, dass dieser Planet, von dem man eigentlich vorher nur gehört hat, wirklich existiert!
Deshalb werde ich nicht nur für Elena, sondern auch für mich dieses Teleskop besorgen. Mal schauen, was ich noch so alles sehen werde.

Zurück zu Elena, hier mal meine Wunschliste für sie:

  • Teleskop
  • alte Sternkarten
  • mehr Tinten
  • mehr Siegellacke
  • gutes Papier in verschiedenen Größen
  • Papierbehälter
  • Behältnis für wichtige Dokumente
  • viele physikalische Abhandlungen über was auch immer
  • ein Kistchen für die Tinten
  • generell mehr Kistchen und Truhen (Zeug dafür findet sich schon)
  • ein Rechenseil
  • ein Wetterglas
  • einen Abakus
  • ein Backgammon Spiel
  • mehr Bücher
  • einen Globus
  • komische, physikalische Gerätschaften

Das werde ich wohl nicht im nächsten Jahr alles besorgen können, aber nach und nach kann ich mir die Dinge ja anschaffen.

Apropos Dinge anschaffen, ich will mir ja ein Zelt anschaffen. (Allerdings erst, wenn ich ein eigenes Auto habe, was noch etwas dauern kann, leider. Mama spielt ja kein Lotto.) Entschieden habe ich mich eigentlich auch schon, entweder wird es das Sahara 400 oder das Sahara 500. Historisch überhaupt nicht A, aber für mich ambientig genug. Und über die Innenausstattung mach ich mir auch schon Gedanken. Teppiche werden reinkommen, und entweder ein Schnürbett oder eine Luftmatraze. (Ich habe zwar ein Feldbett, aber drauf schlafen find ich total unbequem, viel zu kleine Liegefläche. Längerfristig muss da einfach was anderes her.) Um die Mittelstange kommt dann ein kleiner Tisch, und in einer Ecke vielleicht einen kleinen Arbeitsbereich. Also alles so, dass ich dann auch mal IT jemanden in mein Zelt einladen kann.
Und das ganze OT-Zeug versteck ich in einer großen schönen Holztruhe.

Das ist mein Traum, hoffentlich wird er in den nächsten ein, zwei Jahren Wirklichkeit.

Feierabend ist, wenn ich schlafe

Im Moment sieht meine Wohnung aus wie ein Schlachtfeld. Überall Zeug, und in der Küche stapelt sich dreckiges Geschirr. Wann ich das letzte Mal Staub gesaugt habe, habe ich vergessen.

Aber es gibt eine gute Erklärung, ich bin nämlich rund um die Uhr am Arbeiten. Tagsüber auf der Arbeit, und Zuhause an der Gewandung für Elena (siehe: Elena Fredo).
Ich hatte mir wunderschöne zwei Monate Zeit gegeben für zwei Kleider, eine Kopfbedeckung, evtl. eine Gugel und mal gucken, was ich sonst noch so bräuchte. Zwei Monate schienen mir genug Zeit. Das bißchen nähen würde ja nicht soviel sein.
Inzwischen frage ich mich, ob ich jemals ein vernünftiges Zeitgefühl für solche Arbeiten entwickeln werde.
Denn irgendwie wird die Arbeit nie weniger.

Meine Abende sind verplant, meine Wochenenden sind verplant, ich habe keine Freizeit mehr. Jede freie Minute wird genäht. Feierabend, was ist das? Körper, warum brauchst du so viele Stunden Schlaf? Warum habe ich keine Kaffeemaschine zuhause? Kann nicht bald wieder Wochenende sein, damit ich was geschafft bekomme?

Aber Nähen macht ja Spaß, oder? Oder?

Lustigerweise machen mir Handnähte viel mehr Spaß als Maschinennähte (deshalb sticke ich wohl auch so gerne). Das ist so schön meditierend und nebenher kann man Filme gucken. Bei Machinennähten ist die Maschine laut, zickt manchmal rum (ja, auch meine heißgeliebte Pfaff, ist halt schon etwas älter) und einige Sachen gehen mit der halt doch nicht. Wie unsichtbare Nähte zum Beispiel.

Nur, Handnähte sind ziemlich zeitraubend. Da dauert etwas, das man eigentlich an einem Abend fertig stellen wollte, glatt mal die doppelte Zeit. Deshalb ist das Unterkleid immer noch nicht fertig, und ich fange an mich zu fragen, ob ich das alles schaffen werde, was ich mir vorgenommen habe (eher nicht) bzw. alles wichtige schaffe (alle Kleidungsstücke fertig, Stickereien müssen dann warten, obwohl ich ja Stickereien liebe).
Meine Taktik dabei ist, ich ignoriere einfach, dass ich gar nicht mehr soviel Zeit habe und arbeite einfach Schritt für Schritt oder besser Stich für Stich weiter.
Immerhin bin ich so zu wunderschönen Ärmeln gekommen:

Und der Beleg im Detail weil ich so stolz drauf bin:

Mein soziales Leben leidet Gott sei Dank noch nicht darunter. Da achte ich aber auch drauf. Soziales Leben ist für mich eine meiner Prioritäten in meinem Leben.
Was wäre ich ohne meine Freunde? Nicht halb so viel, das ist sicher.

Letzten Samstag hatte ich Lust auf Video gucken und dabei nähen. Spontan habe ich das einem Freund per Skype mitgeteilt, der meinte nur, komm rüber. Ich also meine Sachen gepackt und bin los. Um zehn war ich da. Zu dritt haben wir dann „Spiel mir das Lied vom Tod“ (Eigentlich ein ziemlich cooler Film, man muss sich nur an das Erzähltempo gewöhnen.) geguckt und ich hab schön genäht. Immerhin habe ich die Ärmel an dem Abend fertig stellen können.
Am nächsten Morgen (ich hab da dann gleich übernachtet) gab es dann Frühstück im Hotel Oberlinden. Ach, ich liebe es. Und da das Wetter so gut war, bin ich dann doch noch auf den Schloßbergturm mitgekommen anstatt nach Hause in meine dunkle Wohnung zu fahren und am Kleid weiterzunähen. Im Endeffekt war das die richtige Entscheidung, denn, wenn der Satz auch ziemlich abgedroschen klingt, man lebt doch nur einmal und dieser Tag wäre so nie wieder gekommen. Das muss man einfach ausnutzen. Auch wenn das Kleid dann doch nicht an dem Wochenende fertig geworden ist.
Soziales Leben toppt Nähen.

Ich brauche ein Auto

Wirklich. Das mein ich ganz ernst. Ich brauche ein Auto.

Nicht, weil Autofahren Spaß macht (was Tatsache ist) oder weil man einfach ein Auto haben sollte. Ich komm in meinem täglichen Leben sehr gut ohne Auto aus. Mein Fahrrad fährt, noch (obwohl ich es mal general überholen sollte), meine Beine können mich auch von A nach B tragen, und wenn nicht, dann gibt es immer noch die Straßenbahn oder die Couch bei meinem Kumpel in der Stadt.
Trotzdem, es gibt Zeiten, in denen ich mir wünsche, ein Auto zu besitzen, oder wenigstens einen Freund mit einem Auto das ich dann bei Bedarf immer ausleihen darf.

Da ich den im Moment noch nicht habe, brauch ich selbst ein Auto. Logisch, oder?

Wofür ich es brauche? Eigentlich nur für zwei, drei Wochenenden im Jahr. An den Wochenenden an denen ich auf ein Larp fahre.

Wie? Das reicht nicht als Erklärung? Was Larp ist, soll ich sagen?
Hmm, das würde jetzt an dieser Stelle etwas weit führen. Darf ich ein andermal darüber berichten? Nein? Äh, darf ich an dieser Stelle eine Kurzzusammenfassung geben und zu einem späteren Zeitpunkt weiter ausführen? Ja? Gut, danke.

Larp ist Zelten (meistens) in Kostümen (immer), und Monster mit Polsterwaffen hauen, oder sich gegenseitig hauen. (Hoffentlich liest das kein anderer Larper hier^^) Was ihr eigentlich nur wissen müsst, beim Larp hat man sehr viel Zeugs dabei, im Normalfall.
Kennt man ja vom normalen Zelten. Da braucht man ein Zelt (das beim Larp allerdings vom Volumen her schon was füllen kann, nicht, wie diese Iglus mit den Leichtmetallstangen), und einen Schlafsack, mind. eine Isomatte, manche haben Feldbetten. Dann das ganze Zeug fürs Kochen, Essen, Geschirr, Spülzeug. Tisch und Stühle. Dann die Klamotten für jegliches Wetter (und ein Wollumhang nimmt dann doch mehr Platz ein als eine Wind- und Regenjacke von Goretex), und passende Schuhe. Oder denkt einfach an euer letztes Festival, da kommt auch Zeugs zusammen.

Ich glaube, so langsam bekommt ihr eine Ahnung. Beim Larp hat man einfach viel Zeug (Ich kenne nur wenige Larper, die nicht viel Zeug haben) und das will natürlich zum Ort des Geschehens gebracht werden. Dieser Ort liegt meistens nicht in der eigenen Stadt, sondern irgendwo weit ab vom Schuß.
Das Zeug ist schwer.

Mittlerweile hat sich bei mir einiges angesammelt. Bei meinem letzten Larp war ich mit einem vollgepackten Reiserucksack unterwegs, an dem eine Isomatte und ein Schlafsack angebunden waren. Zusätzlich hatte ich noch ein Feldbett dabei und meine normale Tasche (Und der Inhalt war schon auf das Minimum reduziert!) Hatte ich schon erwähnt, dass das Zeug schwer ist?
Auf meiner Schottlandreise bin ich mit einem halb so großen Rucksack plus Tasche zurecht gekommen.

Und deshalb brauche ich ein Auto. Beim Larp hat man einfach zuviel Zeug, mitunter schweres Zeug. Das geht irgendwann nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu tranportieren!

Ach ja, und für Kendo wär ein Auto auch nicht schlecht.

Mama, wann kommt eigentlich der Lottogewinn?